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Die große Koalition will gesetzlich Versicherte belohnen, wenn sie zuerst zum Hausarzt gehen.

Prämien

Erst zum Hausarzt

Krankenkassen sollen Patienten eine Prämie zahlen, wenn sie nicht zum Facharzt laufen.

Die große Koalition will gesetzlich Versicherte belohnen, wenn sie bei Gesundheitsproblemen zuerst zum Hausarzt gehen – und nur mit Überweisung zu einem Facharzt. Bei einer entsprechenden Selbstverpflichtung sollen die Patienten einen Teil der dadurch bei den Kassen entstehenden Einsparungen ausbezahlt bekommen. Darauf einigten sich die Fachpolitiker der Koalition, wie eine Sprecherin der Unionsfraktion sagte.

„Beim Wahltarif ‚Hausarztzentrierte Versorgung‘ werden die Kassen verpflichtet, mindestens 50 Prozent der Effizienzgewinne aus diesem Tarif an die Versicherten weiterzugeben“, sofern es diese Gewinne gebe, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Karin Maag (CDU). „Ich freue mich, dass wir mit einem Anreizsystem für Patienten auch dem Wunsch der Ärzteschaft nach besserer Steuerung in der Versorgung nachkommen können.“

Die Neuregelung soll per Änderungsantrag in den Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für ein Termin- und Servicestellengesetz eingebracht werden. Aus der SPD-Fraktion hieß es, die Sozialdemokraten hätten eine solche Regelung bereits seit längerem treffen wollen.

Bereits jetzt bieten gesetzliche Krankenkassen spezielle Hausarzttarife an. Dabei profitieren die Patienten zum Beispiel von besonderen Sprechstundenzeiten oder verkürzten Wartezeiten beim Hausarzt, wenn sie diesen in der Regel zuerst aufsuchen. Zum Facharzt geht es nur per Überweisung vom Hausarzt. Ausnahmen gelten beispielsweise für Besuche beim Frauenarzt.

Ziel der Hausarzttarife ist es, unnötige Arztbesuche und die damit einhergehenden Kosten zu vermeiden. (afp)

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