9000 Stellen gefährdet 

Das große Bibbern

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Der Stellenabbau der Deutschen Bank wird konkreter: In Deutschland könnten offenbar rund 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden

Der im Juli verkündete Abbau von 18 000 Stellen weltweit wird offenbar zur Hälfte das Geschäft der Deutschen Bank in Deutschland betreffen. Aus Finanzkreisen sickerte am Dienstag durch, dass bis Ende 2022 hierzulande 9000 Vollzeitstellen wegfallen sollen. Die Bank bestätigte diese Zahl nicht.

„Dort, wo es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird, werden wir direkt mit unseren Mitarbeitern über ihre Arbeitsplätze und die ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen sprechen“, sagte ein Sprecher am Dienstag. „Wir sind uns absolut bewusst, dass diese Art von Entscheidungen die Leben unserer Mitarbeiter nachhaltig beeinflussen. Deshalb werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um bei der Umsetzung dieser Veränderungen so verantwortungsbewusst und sensibel wie möglich zu sein.“

Über Details zu den geplanten Einschnitten ist bislang nichts bekannt, weder bezogen auf Regionen noch auf Bereiche der Bank. Wann Ergebnisse zu erwarten sind, lässt die Bank offen. Offensichtlich soll aber möglichst schnell Klarheit geschaffen werden, um allzu große Verunsicherung zu vermeiden. Vermutlich will der Vorstand bis spätestens 10. Dezember Klarheit haben. Dann lädt er zum wichtigen Investorentag unter dem Motto „Investor Deep Dive“.

Top-Verdiener Der Aufsichtsratschefder Deutschen Bank, Paul Achleitner, ist einer Analyse zufolge weiterhin der bestbezahlte Chefkontrolleur eines Dax-Konzerns. Seine Vergütung stieg 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent auf fast 860 000 Euro, wie aus am Dienstag veröffentlichten Berechnungen der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hervorgeht.

Auf Platz zweikam mit 640 000 Euro BMW-Aufsichtsratschef Norbert Reithofer. Fresenius-Chefkontrolleur Gerd Krick erhielt 620 000 Euro. Im Schnitt stieg die Vergütung der Aufsichtsratschefs der Börsenschwergewichte im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent auf rund 378 000 Euro. dpa

Konzernbetriebsratschef Frank Schulze hatte im Juli geschätzt, dass 6000 bis 10 000 Stellen in Deutschland wegfallen könnten. Darin ist der bei der Postbank bereits vereinbarte Abbau von 2000 Arbeitsplätzen enthalten, so dass 4000 bis 6000 auf die Bereiche und Filialen der Deutschen Bank entfallen könnten. Auch in der jetzt kolportierten Zahl von 9000 Vollzeitstellen soll der Abbau bei der Postbank bereits berücksichtigt sein.

Ende 2018 beschäftigte das größte deutsche Geldhaus weltweit noch 91 737 Menschen in Vollzeit, davon 41 669 in Deutschland. Ende 2022 sollen es weltweit dann nur noch 74 000 und in Deutschland dann offenbar nur noch rund 32 000 sein, sollte die nun kolportierte Abbauzahl von 9 000 umgesetzt werden.

Trifft es auch die Filialen?

Unklar ist auch, ob und wie viele der derzeit noch gut 1400 Filialen in Deutschland wegfallen. Die Commerzbank hatte unlängst verkündet, dass sie 200 ihrer 1000 Filialen und damit ein Fünftel schließt. Die Deutsche Bank hatte allerdings mehrfach durchblicken lassen, dass der Abbau eher in der Verwaltung und in den Abwicklungseinheiten, möglicherweise auch in der Zentrale in Frankfurt stattfinden soll und weniger im direkten Kundengeschäft. Manfred Knof, seit Anfang August neuer Leiter der Privatkundensparte in Deutschland, eruiert derzeit die Einsparmöglichkeiten in seinem Bereich.

Knof stehe für strikte Kostendisziplin, heißt es in der Deutschen Bank. Fraglich ist, ob die Privatkundensparte weiter mit zwei Zentralen in Frankfurt und in Bonn arbeiten wird. Dort hat die mittlerweile weitgehend integrierte Postbank ihren Hauptsitz. Einschnitte bei der Postbank sind auch deshalb schwieriger, weil dort, zumindest Ende 2017, noch rund 4300 Mitarbeiter im Beamtenverhältnis beschäftigt waren.

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