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Dass man mit Aktien aus der Solarbranche in letzter Zeit wenig Freude hatte, ist auch ohne DSW-Rangliste hinlänglich bekannt.
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Dass man mit Aktien aus der Solarbranche in letzter Zeit wenig Freude hatte, ist auch ohne DSW-Rangliste hinlänglich bekannt.

Banale Liste

Die größten Kapitalvernichter

  • VonStefan Sauer
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Die Binsenweisheit, dass man an der Börse viel Geld verlieren kann, gießt die DSW jedes Jahr in ihre Rangliste der "50 größten Kapitalvernichter". In den meisten Fällen tritt die "Kapitalvernichter" keine Schuld am Wertverlust ihrer Aktien.

Man kann mit Aktien reich werden, wenn die Kurse steigen und die Dividenden sprudeln. Oder arm, wenn Unternehmen rapide an Wert verlieren oder sogar Pleite gehen. Diese Binsenweisheit der Börsianer gießt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) alljährlich in eine Rangliste der „50 größten Kapitalvernichter“, mithin jener Aktiengesellschaften, deren Notierungen zuvor in besonders tiefe Keller rauschten.

Dabei betrachtet die WSI, die sich selbst als „Anlegerschützer“ versteht, die Kursentwicklungen in den vorangegangenen zwölf Monaten sowie in einem Drei- und Fünfjahreszeitraum. Anschließend wird die Börsen-Performance in diesen Phasen für jedes einzelne Unternehmen gesichtet und gewichtet, in Punkte umgerechnet und zu besagter Liste umgearbeitet. Das alles wirkt irgendwie wissenschaftlich und jedenfalls hinlänglich kompliziert, um einen seriösen Eindruck zu hinterlassen.

Unseriös ist die „DSW-Watchlist“ geheißene Aufstellung denn auch nicht, allerdings doch ziemlich banal. Denn letztlich gibt sie wider, was jeder halbwegs am Börsengeschehen interessierte Zeitgenosse ohnehin längst weiß: Dass die hiesige Solarbranche darniederliegt zum Beispiel, weshalb sich mit Centrotherm Photovoltaik, Solarworld und Phoenix Solar drei Branchenvertreter die Liste anführen.

Keine großen Überraschungen

Auch die Tatsache, dass es große Banken in den letzten Jahren nicht leicht hatten, ist mittlerweile einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, weshalb Platz 20 für die Commerzbank nicht zu den ganz großen Überraschungen zählt. Gleiches gilt für die großen Energiekonzerne Eon (Rang 35) und RWE (Platz 40), denen Atomausstieg und der Boom erneuerbaren Energien die Bilanzen verhagelte. Auch die Kurse der Metro (38), des letzten deutschen TV-Herstellers Loewe (27) und der Fluggesellschaft Air Berlin (14) gingen auf Talfahrt.

Die Beispiele zeigen eines deutlich: In den meisten Fällen handelt es sich bei den „größten Kapitalvernichtern“ um Unternehmen, die nicht oder zumindest nicht allein Schuld am Wertverlust ihrer Anteilsscheine haben. Die Energiewende war von den Versorger weder verursacht noch für sie vorhersehbar, die Commerzbank hat zur Weltfinanzkrise nicht nennenswert beigetragen, europäische Solarunternehmen sind schuldlos an den Milliardensubventionen, mit denen Peking die chinesische Photovoltaik-Branche beinahe zum Monopolanbieter auf dem Weltmarkt beförderte. Und Air Berlin ist beileibe nicht die einzige europäische Fluggesellschaft, der die Konkurrenz durch hochsubventionierte Linien der Öl-Emirate zu schaffen macht.

Was also erzählt die DSW-Watchlist eigentlich? Dass Vorhersagen auch an der Börse unsicher sind, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Und dass man mit Aktien reich werden kann. Oder arm.

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