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Griechenland profitiert von hohen Steuereinnahmen

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Von: Gerd Höhler

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Griechenland gehört beim Wirtschaftswachstum zu den Spitzenreitern in der EU.
Griechenland gehört beim Wirtschaftswachstum zu den Spitzenreitern in der EU. © FR

Griechenland hat frühzeitig auf LNG-Terminals gesetzt. Das zahlt sich aus.

Griechenland gehört beim Wirtschaftswachstum zu den Spitzenreitern in der EU. Im ersten Halbjahr legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 7,8 Prozent zu. Für das Gesamtjahr erwartet die Regierung ein Wachstum von 5,3 Prozent, Analystenschätzungen wie die der Ratingagentur Standard & Poor’s gehen sogar in eine Größenordnung von sechs Prozent. Getrieben wird das Wachstum vor allem vom Boom im Tourismus, aber auch von Investitionen und Exporten. Für das kommende Jahr setzt Finanzminister Christos Staikouras das Plus beim BIP mit 2,1 Prozent an. Die Regierung rechnet nicht mit einer Rezession.

Die starke Konjunktur lässt die Steuerquellen kräftig sprudeln. In den ersten neun Monaten flossen fast fünf Milliarden Euro mehr in die Staatskasse als im Haushaltsplan angesetzt. Der Geldsegen gibt der Regierung Spielraum, die Folgen der Energiepreisexplosion für private Haushalte und Unternehmen abzufedern. Rund zwölf Milliarden Euro gibt sie in diesem Jahr aus, um die Strom- und Gasrechnungen zu subventionieren. Durch die Zuschüsse werden rund 90 Prozent der Erhöhungen abgefangen. Sie gelten für alle, unabhängig vom Einkommen. 1,3 Millionen private Haushalte mit Jahreseinkommen von weniger als 24 000 Euro bekommen außerdem Heizkostenzuschüsse von bis zu 800 Euro.

Die Energie-Subventionen belaufen sich in diesem Jahr auf 6,2 Prozent des BIP. Dass Premierminister Kyriakos Mitsotakis so spendabel ist, hängt auch mit den Parlamentswahlen zusammen, die im nächsten Frühjahr anstehen. Noch bescheinigen die Umfragen Mitsotakis einen Vorsprung von rund acht Prozentpunkten vor der radikal-linken Oppositionspartei Syriza.

Energieminister Kostas Skrekas verbreitet Zuversicht: Das Risiko von Stromabschaltungen im Winter sei „nahe null“, versichert Skrekas. Griechenland hat rechtzeitig seine LNG-Infrastruktur ausgebaut und die Erschließung erneuerbarer Energiequellen forciert. Außerdem hält das Land Braunkohlekraftwerke in Reserve. Aber die Inflation, im September 12,1 Prozent, beginnt auf die Stimmung zu drücken. Am Mittwoch gab es einen landesweiten Streik. Die Gewerkschaften fordern höhere Löhne, um die Inflation auszugleichen. Gerd Höhler

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