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Kapital

Gewinn für die Beschäftigten!

Wie Arbeitnehmer aus ihrem Abhängigkeitsverhältnis vom Investitions-und Konsummonopol des Kapitals befreit werden können

Von Heinz-J. Bontrup

Unternehmer können ihren Anteil an der arbeitsteilig von ihren Beschäftigten geschaffenen Wertschöpfung immer auf zwei Wegen erhöhen: Erstens durch mehr Investitionen und zweitens durch ihren besonderen Kapitalistenkonsum. Schon der große britische Ökonom John Maynard Keynes hat dies mit seinem „Krug der Witwe“, der unerschöpflich ist wie der Profit der gesamten Unternehmerschaft, kreislaufmäßig und makroökonomisch dargelegt – egal wie viel davon auch von den Kapitaleigentümern zum Vergnügen ausgegeben wird.

Dies Paradies gilt für die abhängig Beschäftigten leider nicht. Die Ordnung heißt ja aber auch Kapitalismus. Hier sind die Abhängigen mit ihrem Einkommen auf das investive und konsumtive Verhalten der Unternehmer angewiesen. Selbst wenn sie Konsumverzicht üben und sparen, bringt den Beschäftigten das am Ende nur Negatives ein. Denn der Verzicht auf Konsum von Gütern führt zu einem Nachfrageausfall und zu einem Rückgang der Beschäftigung mit Arbeitslosigkeit.

Der im Vergleich zu Keynes nicht minder große österreichische Ökonom Joseph A. Schumpeter zeigte, dass man den Stand eines Kapitaleigentümers niemals durch Sparen aus seinem Arbeitsentgelt erreichen kann. „Die Masse der Akkumulation“, so Schumpeter, „stammt aus Profiten und setzt darum Profite voraus, – dies ist in Wirklichkeit der Grund für die Unterscheidung von Sparen und Akkumulieren.“

Und die Beschäftigten können auch nicht durch höhere Reallöhne Kapital anhäufen. Sie können zwar für eine gewisse Zeit mehr konsumieren, die Unternehmer werden dies aber nicht lange akzeptieren und durch Preissteigerungen den realen Mehrkonsum wieder kappen.

Welch ein frustrierender Befund. Dennoch gibt es eine Lösung für die Beschäftigten: Sparen ohne Konsumverzicht. Dazu müssten sie neben ihrem Arbeitsentgelt einen Teil des Gewinnes erhalten und diesen, wie es die Unternehmer machen, für den Kauf von Investitionsgütern verwenden, die heute die Beschäftigten den Unternehmern als Profit schenken. Dies verlangt nach einer Beteiligung der Beschäftigten am Produktivvermögen durch eine Gewinn- und Kapitalpartizipation.

Die Forderung ist nicht neu, aber die einzige Möglichkeit, die Beschäftigten aus ihrem Abhängigkeitsverhältnis vom Investitions-und Konsummonopol des Kapitals zu befreien.

Der Autor ist Wirtschaftsprofessor an der Westfälischen Hochschule.

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