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Der "Amazon Echo" bringt eine virtuelle Assistentin in den Haushalt: Alexa beantwortet Fragen, steuert die Musik und kontrolliert vernetzte Geräte.
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Der "Amazon Echo" bringt eine virtuelle Assistentin in den Haushalt: Alexa beantwortet Fragen, steuert die Musik und kontrolliert vernetzte Geräte.

Lauschangriff

Ein gewaltiges Echo

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Amazon hat das Interesse an seiner Audio-Anlage Echo unterschätzt. Auch Apple und Microsoft basteln schon an digitalen „Assistenten“. Datenschützer sehen das kritisch.

Ausgerechnet Amazon: Der neue interaktive Lautsprecher Echo des US-Konzerns ist in den USA erst Mitte Januar wieder zu haben. Wer ihn in Deutschland kaufen will, muss sich auf einer Warteliste registrieren. Doch teilt das Unternehmen seinen hiesigen Kunden schon gleich einmal mit, dass die Bearbeitung der Anfragen „aufgrund der überwältigenden Nachfrage mehrere Wochen“ dauern kann. Was ist da passiert? Amazon hat gerade mitgeteilt, dass im diesjährigen Weihnachtsgeschäft die Verkäufe des Echo-Lautsprechers neun Mal höher als im vorigen Jahr lagen. Absolute Zahlen werden nicht genannt. Zugleich räumte das Unternehmen schon Mitte Dezember ein, dass man die Nachfrage unterschätzt habe. Schon damals war das Gerät ausverkauft.

Echo sieht aus wie einer dieser modernen Lautsprecher zur Rundum-Beschallung des Wohnzimmers. Tatsächlich kann das zylinderförmige Gerät aber viel mehr. Es handelt sich um einen Computer, der über WLAN mit dem Internet verbunden ist, mit einer Spracherkennungssoftware names Alexa funktioniert und deshalb auch mit mehreren Mikrofonen ausgestattet ist. Wenn der Nutzer ruft: „Alexa, spiel bitte ‚Blowin’ in the Wind‘ ab“, soll prompt der Evergreen von Bob Dylan zu hören sein. Doch noch viel mehr ist möglich. Nutzer können Taxis oder Bücher bei Amazon bestellen. Echo soll aber auch die Beleuchtung in der Wohnung, die Heizung, den Kühlschrank oder die Waschmaschine steuern. Das kommt überraschend gut bei US-Kunden an. Wie überraschend gut zeigt sich daran, dass sogar Amazon den Echo-Boom unterschätzt hat. Dabei ist der weltgrößte Online-Händler dafür bekannt, Nachfrageverhalten sehr gut prognostizieren zu können.

Wobei die Verkäufe im Weihnachtsgeschäft durch einen Preiskampf angefacht wurden, den Amazon mit Google austrug. Der Suchmaschinengigant bietet nämlich mit Google Home ein vergleichbares Konkurrenzprodukt, das 2017 wohl auch nach Deutschland kommt – mutmaßlich zum Listenpreis von 129 Euro. Amazon offeriert Echo für 179,99 Euro und den kleinen Bruder Dot mit verminderter Klangqualität für 59,99 Euro.

Doch auch Apple soll Branchenkennern zufolge an einem intelligenten Lautsprecher basteln. Es gibt zudem Andeutungen, dass Microsoft in Zusammenarbeit mit Hi-Fi-Hersteller Harman Kardon demnächst ein ebensolches Gerät nebst der konzerneigenen Sprachassistenz-Software Cortana präsentieren will. Es sieht ganz danach aus, dass diese „Smart-Home-Geräte“ das nächste große Ding in der Hightechwelt werden, auf das die ganze Branche gewartet hat. Im neuen Jahr könnte der Wettlauf um die Gunst der Kunden noch deutlich an Dynamik gewinnen.

Das Besondere dabei ist, dass Alexa und Co. nicht nur gesprochene Sprache verstehen, sondern auch die Wünsche der Nutzer kennen – und theoretisch etwa automatisch die Lieblingspizza ordern. Dafür sammeln die Geräte alle möglichen Informationen. Da wird die Schattenseite deutlich: Mit ihren Mikrofonen können sie das Geplauder im Wohnzimmer mithören und daraus Schlussfolgerungen ziehen. Kluge Lautsprecher sind in der Lage wie Überwachungsinstrumente zu arbeiten. Deshalb hat denn auch die Bundesbeauftragte für Datenschutz, Andrea Voßhoff, betont, die Geräte seien „kritisch zu bewerten“. Es sei nicht nachvollziehbar, „wie, in welchem Umfang und wo die erfassten Informationen verarbeitet werden“.

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