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An den Finanzplätzen geht die Angst um: Werden die Banken durch neue Regeln um ihre Pfründe gebracht?
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An den Finanzplätzen geht die Angst um: Werden die Banken durch neue Regeln um ihre Pfründe gebracht?

Bankenregulierung

Ein Gespenst geht um

Der Bankensektor soll krisensicherer werden - mit neuen Regeln für Kreditinstitute. Doch viele machen jetzt mobil gegen solche Pläne. Schließlich müssen sie um ihre Pfründe fürchten. Von Anna Sleegers

Von Anna Sleegers

Frankfurt a. M. Ein Gespenst geht um in den Bankenvierteln der Welt. Das Gespenst der Regulierung. Denn unabhängig davon, was die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in Seoul und Toronto beschließen: Basel III kommt bestimmt.

Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich neue Vorschriften des Baseler Bankenausschusses, die den Finanzsektor krisenfester, aber auch weniger profitabel machen dürften. Um die Risikofreude der Branche zu zügeln, wird Basel III sie voraussichtlich zwingen, ihre Geschäfte mit mehr Eigenkapital zu unterlegen. Zudem sollen sie künftig mehr Liquidität vorhalten, damit die Zentralbanken bei künftigen Krisen nicht wieder Geld in den Bankensektor pumpen müssen.

Die Liste der Branchenvertreter, die dagegen Front machen, reicht vom deutschen Sparkassenpräsidenten Heinrich Haasis über Unicredit-Chef Alessandro Profumo bis zu Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann, der mahnt, dass Regulierung das Finanzsystem "nicht strangulieren" dürfe.

Die Unruhe der Banker ist verständlich. Allein die neuen Liquiditätsvorschriften, die dem Baseler Ausschuss vorschwebt, dürfte den europäischen Bankensektor nach Einschätzung der Analysten von Credit Suisse im Schnitt grob ein Zehntel seines Vorsteuergewinns kosten. Denn wenn die Banken bestimmte Mengen an Liquidität vorhalten müssen, schränkt dies ihren Spielraum zur Fristentransformation ein.

Interessen unter einem Hut

Dabei nehmen die Banken kurz- oder mittelfristig Geld auf und verleihen es langfristig weiter und verdienen an der Zinsdifferenz.In Maßen betrieben ist die Fristentransformation volkswirtschaftlich sinnvoll, weil sie hilft, unterschiedliche Laufzeitinteressen von Unternehmen und Privatleuten unter einen Hut zu bringen - eine der ureigensten Aufgaben der Banken als Finanzintermediäre.

Problematisch wird es, wenn Banken die Fristentransformation als wesentliche Ertragsquelle ansehen. Halten sie selbst nicht genügend Liquidität vor, ergeht es ihnen wie der HRE-Tochter Depfa, der ein Engpass am Kreditmarkt im Herbst 2008 das Genick brach.

Auch höhere Eigenkapitalvorschriften schmälern die Profitabilität. Vor diesem Hintergrund rechnet selbst Deutsche-Bank-Chef Ackermann damit, dass sich die umstrittene Eigenkapitalrendite von mindestens 25 Prozent nicht halten lässt. Um sich bei den Politikern Gehör zu verschaffen, argumentieren die Banker jedoch anders.

Eigenkapital könnte fehlen

Sie schüren die Befürchtung, dass zu viel Regulierung das für den Schuldenabbau dringend benötigte Wirtschaftswachstum drosseln könnte. Denn das Eigenkapital, mit dem die Banken künftig ihre Geschäfte unterlegen müssen, könnte ihnen bei der Kreditvergabe fehlen. Dieser Argumentation hat zuletzt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) eine deutliche Absage erteilt.

Unter dem Strich würden die Auswirkungen von Basel III auf das Wirtschaftswachstum "vernachlässigbar" gering ausfallen, sagte Stephen Cecchetti, der die Zentralbank der Zentralbanken als Chefvolkswirt berät, der Financial Times. "Die Banken stützen ihre 'Schreckensszenarien' auf die Annahme, dass die maximale Auswirkung der maximalen Regeländerung mit der geringstmöglichen Verhaltensanpassung der Banken selbst zusammentreffe."

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