Urteil

Gesamtdistanz entscheidend

Das Landgericht Hannover fällt ein wichtiges Urteil für Flugpassagiere, die wegen Verspätung eine Entschädigung bei der Airline geltend machen wollen.

Bei der Entschädigungshöhe für verspätete Flüge zählt die Entfernung zwischen Start und Ziel der gesamten Flugreise. Bei Verbindungen mit Anschlussflügen sei darunter die Distanz zwischen erstem Abflugort und Zielort zu verstehen, entschied das Landgericht Hannover. Es ist also unerheblich, ob einer der Flüge pünktlich war – sofern der Passagier erheblich verspätet sein Endziel erreicht. Über das Urteil berichtete die Zeitschrift „Reiserecht aktuell“.

In dem verhandelten Fall wurde dem Kläger statt 250 Euro eine Ausgleichszahlung von 600 Euro zugesprochen – und damit ein Urteil des Amtsgerichts aufgehoben. Der Mann war mit Umsteigen von Schanghai nach Hannover geflogen und mit großer Verspätung am Ziel angekommen. Die aus zwei Flügen bestehende Flugreise sei wie ein Direktflug hinsichtlich der Entfernung zu bewerten, so das Landgericht.

Kunden können Entschädigungsansprüche ab einer Verspätung von drei Stunden geltend machen. Die Höhe der Zahlung richtet sich nach der Verspätung und der Länge des Flugs. (dpa)

Az.: 5 S 107/18

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