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Autor und Fernsehmoderator Markus Frick

Frick-Affäre

Gericht verurteilt Börsen-Star

Das Urteil des Berliner Landgerichts ist klar: Der ehemalige Börsenguru und N24 Moderator Markus Frick hat Aktienmärkte manipuliert. Frick-Gläubige verloren zum Teil ihren kompletten Einsatz.

Von von Sebastian Wolff

Markus Frick liebte die große Bühne. Ganz offensichtlich genoss es der selbst ernannte Börsencoach in vollen Zügen, sich wie ein Popstar feiern zu lassen. Zu diesem Zweck nutzte er alle Kanäle: Er startete mit einer Börsenhotline, hatte dann eine eigene Sendung im TV-Sender N24, gab Börsenbriefe heraus, schrieb Bücher mit Titeln wie „Ich mache Sie reich“ oder „Das Geld liegt auf der Straße“ und trat schließlich live vor tausenden von Zuschauern auf.

Mit seinen einfachen Botschaft wusste der stets gut aussehende, perfekt frisierte und gestylte Sunnyboy Frick sein Publikum zu begeistern. Die Aussicht auf schnelles Geld macht ja bekanntlich viele Menschen blind.

Totalverlust für viele Anleger

Es war ja auch zu verlockend. Frick prahlte damit, innerhalb kürzester Zeit ein Kapital von 100 000 Euro verzehnfachen zu können. Wenn er eine Aktie empfahl, dann löste er damit gleich einen Kurssprung aus. Frick hatte sein Publikum fest im Griff.

Doch dann kam es wie es kommen musste. Die Staatsanwaltschaft begann sich für das Phänomen Frick zu interessieren. Gemeinsam mit der Finanzaufsicht (Bafin) forschte sie nach und fand heraus, dass Frick Aktien, die er empfahl, zuvor selbst günstig gekauft hatte und warf ihm Kursmanipulation vor. Das Berliner Landgericht bestätigte die Vorwürfe nun im Wesentlichen und verurteilte den 38 Jahre alten Frick gestern wegen verbotener Marktmanipulation in 36 Fällen (!) zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

In welchem Maße ihm seine Anhänger regelrecht hörig gewesen sein müssen, verdeutlichen die Zahlen, welche die Bafin in dem Fall zusammengetragen hat: Demnach haben 20.000 Anleger insgesamt 760 Millionen Aktien von kleinen, marktengen Werten wie den Rohstoffunternehmen Star Energy, StarGold und Russoil auf Empfehlung von Frick gekauft. Daraufhin gingen die Kurse dieser Papiere zunächst rasant nach oben – ehe sie ins Bodenlose abstürzten. Denn laut Staatsanwaltschaft waren die meisten dieser Papiere wertlos. Und so sollen viele Anleger ihren kompletten Einsatz verloren haben.

80 Millionen Euro konnte die Staatsanwaltschaft noch aus dem Vermögen einer Treuhandgesellschaft sicherstellen. Gut 42 Millionen daraus wurden für verfallen erklärt und gehen an die Staatskasse.

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