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Globalisierte Welt

Gemeinsame Werte!

  • Imme Scholz
    VonImme Scholz
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Wir müssen an den Zielen von Paris und der Agenda 2030 festhalten und gerade jetzt die internationale Zusammenarbeit stärken.

Internationale Kooperation ist kein Idealismus, sondern „lösungsorientierter Realismus in einer globalisierten Welt.“ Diese Worte schrieb ich hier vor zwei Jahren mit einem Optimismus, der von der Aussicht auf den Abschluss des Klima-Abkommens von Paris und die Verabschiedung der 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung durch die Vereinten Nationen getragen wurde. Beide Beschlüsse betreffen eigenständige Beiträge aller Länder für weniger Armut und Ungleichheit, für Umwelt- und Klimaschutz, für eine wirtschaftliche Entwicklung, die sich am (globalen) Gemeinwohl orientiert. Nationale Politik wäre damit stärker als bisher dem globalen Gemeinwohl verpflichtet.

Welchen Wert haben diese Beschlüsse angesichts der dramatischen politischen Ereignisse, die 2016 geprägt haben? Der Brexit, das Erstarken reaktionärer politischer Kräfte in Europa, der Wahlsieg von Donald Trump in den USA, der Krieg in Syrien offenbaren die Erosion wichtiger Institutionen und der Wertebasis der Nachkriegsordnung. Sie zeigen, dass internationale Kooperation zunehmend ausdrücklich als Nullsummenspiel (win-lose) verstanden wird, in dem mächtige Länder ihre Interessen und Lösungsansätze durchsetzen; gemeinsame Werte und Interessen (win-win) geraten aus dem Blick.

Der Westen hat oft genug seine Macht genutzt, um einseitig Interessen durchzusetzen – der Widerspruch zur eigenen Wertebasis war jedoch immer ein möglicher Ansatzpunkt für Protest und politische Reformen. Nun wächst die Gefahr, dass sich internationale Verhandlungen, etwa um Marktzugänge, politische Einflusszonen, selbst zu Konflikten ausweiten. Komplexere Probleme wie der Klimawandel oder eine gemeinwohlorientierte Steuerpolitik werden ignoriert oder in ihrer Bedeutung für Wohlstand und Frieden unterschätzt.

Der internationale wirtschaftliche und politische Wettbewerb hat sich gewandelt: China und andere Entwicklungsländer sind aufgestiegen. Geo- und machtpolitische Ziele sind wieder prominent. Aber Wohlstand, Nachhaltigkeit, Verteilungsgerechtigkeit und Frieden sind nicht zu sichern, wenn Regierungen versuchen, eigene Chancen zu vergrößern, indem sie andere ausgrenzen und benachteiligen. Wir müssen an den Werten und Zielen von Paris und der Agenda 2030 festhalten und gerade jetzt die internationale Zusammenarbeit stärken.

Die Autorin ist stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und Mitglied des Rates für nachhaltige Entwicklung.

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