Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Energieriesen wie RWE werden am Stärksten von dem prognostizierten Gewinnschwund betroffen sein.
+
Energieriesen wie RWE werden am Stärksten von dem prognostizierten Gewinnschwund betroffen sein.

Energiewende

Gemeinsam eine Macht im Energiegeschäft

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
    schließen

Ein Netzwerk kommunaler Versorger setzt im wandelnden Strommarkt auf Digitalisierung. Die Versorgerholding Thüga und die Wirtschaftsberatern von AT Kearney haben analysiert, was der Wandel für den Profit der Branche bedeutet.

Angetrieben von Energiewende und Digitalisierung steht die heimische Energiewirtschaft in einem rasanten Strukturwandel. Was das für die Profite der Branche bedeutet, hat nun die kommunale Versorgerholding Thüga zusammen mit Wirtschaftsberatern von AT Kearney analysiert. Gegenüber dem Referenzjahr 2011 schrumpfen demnach die operativen Gewinne der Branche hierzulande bis 2024 um gut ein Fünftel auf 15,6 Milliarden Euro. Das ist aber noch nicht das ganze Ausmaß der Wahrheit, betont Thüga-Chef Michael Riechel in München. Für traditionelle Energieversorger falle der Rückgang noch stärker aus, weil immer mehr Branchenfremde wie Versicherer vor allem in den Markt erneuerbarer Energien drängen. Auf den Kapitalmärkten können sie ihre Gelder kaum noch vernünftig anlegen.

Der Kuchen wird also nicht nur spürbar kleiner. Um ihn kämpfen auch immer mehr Wettbewerber. Die Thüga-Gruppe und die 100 unter ihrem Dach vereinten Stadtwerke kämen dabei aber noch relativ glimpflich davon, betonte Riechel. Den der Großteil des prognostizierten Gewinnschwunds betreffe Energieriesen wie RWE und Eon.

So schrumpfen allein die Profite mit zentraler Energieerzeugung durch Großkraftwerke nach der Analyse um gut die Hälfte auf 3,8 Milliarden Euro bundes- und branchenweit. Solche Kraftwerkstypen betreiben vor allem RWE & Co. Gewinner der Entwicklung sei zwar die dezentrale Energieerzeugung, deren operativer Gewinnanteil von knapp zwei auf knapp fünf Milliarden Euro steigt. Solche Anlagen werden aber oft privat betrieben oder in Form großer Wind- oder Solarparks von Versicherern. An traditionellen Stromerzeugern geht das also oft vorbei.

Neue Partner gesucht

Die Thüga-Gruppe sieht ihrer Zukunft dennoch relativ entspannt entgegen, weil ihrer Domäne, dem Netz- und Vertriebsgeschäft noch der geringste Gewinndruck prognostiziert wird. Im Netzgeschäft sollen die operativen Profite im analysierten Zeitraum lediglich von branchenweit 4,9 auf 4,7 Milliarden Euro schrumpfen und beim Vertrieb von Strom und Gas von 1,9 auf 1,5 Milliarden Euro. Dennoch würden sich einzelne Stadtwerke auf sich allein gestellt kaum im sich wandelnden Markt behaupten können, warnt Riechel. Denn die neuen Energiezeiten würden auch Milliardeninvestitionen erfordern, wolle man zu Gewinnern der Digitalisierung zählen.

Diese Aussage ist nicht ohne Hintergedanken. Denn Thüga, deren größte Eigner die Frankfurter Mainova, die Stadtwerke Hannover und N-Ergie aus Nürnberg mit je gut einem Fünftel der Anteile sind, suchen nach neuen kommunalen Partnern, die sich ihr anschließen. Im Verbund kann sich diese kommunale Kraft im Energiemarkt dann besser leisten, in erneuerbare Energien oder intelligente Stromzähler zu investieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare