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Kein Ärger mehr: Geld-für-Flug.de kümmert sich um eine Erstattung bei Stornierungen.

Geld für den verpassten Flug

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Ein Start-up verspricht, den Preis für stornierte Tickets von der Airline zurückzuholen.

Es ist schnell passiert: Auf der Autobahn hat sich ein Stau gebildet, die Bahn fällt aus oder man verschläft. Ein bisschen Pech nur und man verpasst seinen Flieger. Ärgerlich und schade um Geld und Urlaub. Auch wer einen Flug storniert, sieht sein Geld häufig nicht wieder. Und das, obwohl Fluganbieter diese Plätze weiterverkaufen. Das ist unrechtmäßig: Kunden von Airlines steht es zu, zumindest einen gewissen Betrag zurückerstattet zu bekommen. Denn Airlines bezahlen bestimmte Steuern und Gebühren nur, wenn ihr Kunde einen Flug tatsächlich antritt.

Als Verbraucher muss man Nerven mitbringen und Anträge ausfüllen, wenn man zu seinem Recht kommen will. Man kann es selber machen; Verbraucherzentralen bieten Beratung und das passende Formular. Oder es machen lassen – zum Beispiel von Geld-für-Flug.de. Verbraucher können auf der Website des Unternehmens ihren Flug bis zu drei Jahre rückwirkend einreichen, Geld-für-Flug.de prüft den Anspruch und macht innerhalb von 24 Stunden ein Angebot. Nimmt der Verbraucher es an, bekommt er Geld zurück und muss sich fortan nicht mehr um den Prozess kümmern.

Zwischen Recht haben und es am Ende auch bekommen, liegen häufig Welten – das wissen die drei Gründer des Düsseldorfer Start-ups Geld-für-Flug.de Phillip Eischet, Benedikt Quarch und Torben Antretter nur zu gut: Manche Airlines zahlen die Gebühren anstandslos zurück, andere – insbesondere Billigflieger – weigern sich rundum. „Unsere besonderen Freunde sind Günstiganbieter wie Ryanair und Easyjet“, sagt Mitgründer Phillip Eischet und lacht. Weil die drei Gründer während des Studiums einmal selbst Schwierigkeiten hatten, Geld von Ryanair nach einer Stornierung zurück zu bekommen, kamen sie auf die Idee hinter ihrem Geschäft.

Und das brummt, trotz bockiger Fluganbieter: Seit 2016 haben die Gründer fast 100 000 Fälle von Kunden angekauft. Der Umsatz des Unternehmens hinter dem Start-up, der RightNow Group, wächst monatlich um 20 Prozent. Nachdem ihre Kunden ihr Geld zurück bekommen haben, geht die Arbeit für Geld-für-Flug.de erst los: Früher sei er noch manchmal selbst ins Gericht gefahren, sagt Quarch. Heute fertigt ein Algorithmus die Klageschriften vollautomatisch an, die dann an Partneranwälte an allen wichtigen Flugstandorten rausgehen. Durch sie erfolgt ein letzter Check, danach schicken sie die Anträge an das zuständige Gericht.

Gestartet sind sie zu dritt, in einem Wiesbadener Wohnzimmer. Mittlerweile arbeiten 18 Menschen in Deutschland und Rumänien für die drei Gründer. In der letzten Finanzierungsrunde vertrauten Investoren ihnen 25 Millionen Euro an. Das Geld nutzen sie jetzt, um ihre Marken weiter auszubauen: „Mittlerweile habe wir noch ein zweites Projekt am Start“, so die Gründer.

Bei Bahn-Buddy.de können DB-Kunden Geld zurück verlangen, wenn ihre Züge Verspätung haben. Es funktioniert genauso wie Geld-für-Flug.de. Und ein drittes Projekt ist in der Planung: „Ich glaube so viel können wir verraten: Wir arbeiten auch an einem Projekt für den Straßenverkehr“, so der kreative Gründer Eischet.

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