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Die Regierungschefs der BRICS-Staaten in Durban.
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Die Regierungschefs der BRICS-Staaten in Durban.

Brics-Staaten

Geld ist Macht

  • VonStephan Kaufmann
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Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika wollen eine eigene Investitionsbank gründen. Die Konflikte sind vorprogrammiert.

Die globale Machtverteilung verschiebt sich. Noch vor 15 Jahren waren die Entwicklungsländer hoch bei den Industriestaaten verschuldet, in rund 100 ärmeren Ländern regierte der Internationale Währungsfonds (IWF) quasi mit. Der IWF und seine Schwesterorganisation Weltbank galten als Symbole und Instrumente der Macht des Westens. Inzwischen jedoch sind die heute Schwellenländer genannten Staaten netto Kreditgeber. Und die Großen unter ihnen machen sich daran, IWF und Weltbank zu ersetzen und so ihren wirtschaftlichen Erfolg in politisches Kapital umzumünzen.

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika haben auf ihrem Gipfel in Durban beschlossen, eine eigene Investitionsbank in Konkurrenz zur Weltbank zu gründen. Zudem wollen sie einen eigenen Krisenfonds gründen. Die Staatengruppe, der die US-Investmentbank den Namen „BRICS“ gegeben hat, verfügt dafür über jede Menge Geld. Gemeinsam steht sie für ein Fünftel der weltweiten Wirtschaftsleistung, nur die USA produzieren mehr. Insgesamt haben die BRICS Devisenreserven von 4,4 Billionen Dollar aufgehäuft.

Rund 100 Milliarden Dollar davon wollen sie nun bereitstellen, um Staaten in Not zu unterstützen. Damit werden sie zu einer Alternative zum IWF, in dem die USA und Europa dominieren. Ihre Entwicklungsbank wiederum könnte Investitionsprojekte in anderen Ländern finanzieren, so wie bisher die Weltbank. Die BRICS haben dabei besonders Afrika im Blick. Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte die Staatsführer von 15 afrikanischen Ländern nach Durban eingeladen.

Die Staatengruppe verfolgt damit den gleichen Weg wie zuvor die westlichen Industrieländer: Sie nutzt ihr Geld, um ihren politischen Einfluss auszudehnen. Entsprechend schwindet der Einfluss der etablierten, aber auch hoch verschuldeten Industriestaaten.

Konflikte programmiert

Doch so reibungslos dürfte der Aufstieg der BRICS nicht ablaufen. Denn erstens handelt es sich nicht um eine homogene Gruppe von Staaten mit gleichen Interessen. Brasilien, Südafrika und Russland sind Rohstoffexporteure, China hingegen Industriestandort und Rohstoff-Konsument. Zweitens kämpfen China, Russland und Indien um die politische Vorherrschaft in der Region – hier sind weitere Konflikte programmiert.

Drittens besteht der Finanzreichtum der BRICS – und damit ihre potenzielle Hilfe für andere Staaten – nicht aus ihren lokalen Geldern, sondern im Wesentlichen aus Dollar und Euro. Die Aufsteiger-Staaten Asiens und Lateinamerikas bleiben damit abhängig von den Währungen der USA und Europas und vom Zugang zu diesen Währungen.

Doch auch hier werden die BRICS tätig: China und Brasilien haben vereinbart, künftig die Hälfte ihres bilateralen Handels in den eigenen Währungen abzurechnen. Damit können jährlich Geschäfte im Gegenwert von bis zu 30 Milliarden Dollar in Real oder Yuan bezahlt werden. Auf diese Weise nabeln sich beide Staaten schrittweise vom Dollar ab – vorläufig. Die Vereinbarung ist zunächst auf drei Jahre begrenzt.

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