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Arbeitgeber zahlt für Mittagessen – So erhält man den steuerfreien Zuschuss

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Medizinisches Personal isst zusammen in der Betriebskantine
Das Essen in der Firmenkantine kann sich lohnen. Arbeitgeber:innen können die Mahlzeiten vor Ort bezuschussen lassen. © Vladimir Gerdo/imago-images

Wer auf der Arbeit isst, kann das Geld dafür zurückfordern. Bis zu 100 Euro können so gespart werden. So erhalten Sie den steuerfreien Zuschuss.

Frankfurt – In Zeiten von immer höheren Preisen und steigender Inflation suchen Arbeitnehmer:innen nach jeder Möglichkeit, um am Ende des Monats eine höhere Zahl auf ihrer Gehaltsabrechnung lesen zu können. Wenn der Betrieb keine klassische Lohnerhöhung veranlassen kann oder will, gibt es Alternativen dazu.

Der tägliche Gang zur Kantine kann hierbei die Lösung sein. Ein Erlass des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) aus dem Jahr 2019 besagt, dass Mahlzeiten, die an der Arbeit verspeist werden, nach dem Sachbezugswert bezuschusst werden können. Wir erklären, wie das subventionierte Essen funktioniert und wie viel Geld Sie damit sparen können.

Das sind die Regeln, um mit dem Essen an der Arbeit zu sparen

Grundsätzlich ist zu beachten: Arbeitnehmende haben keinen rechtlichen Anspruch auf einen Zuschuss des Essens. Was im Großen ein Dienstwagen ist, ist hier im Kleinen die Verpflegung: ein geldwerter Vorteil. Also eine freiwillige Zusatzleistung der Arbeitgeber:innen. Sofern es nicht im Arbeitsvertrag festgeschrieben ist, müssen beide Parteien eine zusätzliche Vereinbarung treffen.

Die wichtigsten Regeln zum Essenszuschuss im Überblick:
Es muss sich um Mahlzeiten handeln, die tatsächlich an der Arbeit erworben und verspeist werden können.
Der Zuschuss darf nur an tatsächlichen Arbeitstagen angewandt werden.
Alkoholische Getränke und Tabak sind von der Regelung ausgenommen.
Der Gesamtpreis der Mahlzeit darf 60 Euro nicht übersteigen.
Dienstreisen dürfen ebenfalls kein Essenszuschuss gewährt werden, da diese Reisen bereits eine Verpflegungspauschale enthalten..
Der Zuschuss darf den Preis der Mahlzeit nicht überschreiten.

In dieser wird die Höhe des Zuschusses und die Häufigkeit definiert. Dabei sollte die Anzahl der Tage, an denen der Zuschuss gewährt wird, bei maximal 15 liegen. Bei einer höheren Anzahl muss das Unternehmen die Ab- und Anwesenheitstage nachweisen.

So viel mehr Gehalt erhalten Sie durch das Essen an der Arbeit

Der Betrag für den Essenszuschuss richtet sich hierbei nach den Sachbezugswerten, die das BMF für das Jahr 2023 angepasst hat. Das BMF legt den Wert eines Frühstücks auf zwei Euro fest – Mittag- oder Abendessen werden auf 3,80 Euro taxiert. Eine Ganztagsverpflegung wird auf einen Wert von 9,60 Euro angesetzt. Bei diesen Zahlen handelt es sich um den verpflichtenden Anteil für die Arbeitgeber:innen, den sie mit 25 Prozent versteuern müssen.

Hinzu kommt noch der steuerfreie Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 3,10 Euro, der auf jede Mahlzeit draufgeschlagen wird. Heißt: Pro Frühstück erhält der Arbeitnehmer 5,10 Euro, pro Mittag- oder Abendessen 6,90 Euro oder pro Ganztagsverpflegung 12,70 Euro. Multipliziert man diese Summen mit der maximalen Zahl von 15 Arbeitstagen pro Woche, sparen Arbeitnehmende im Monat rund 100 Euro.

Verschiedene Möglichkeiten, um seinen steuerfreien Zuschuss zu erhalten

Unternehmen, die eine Kantine betreiben, können beispielsweise die Mahlzeiten für ihre Mitarbeiter:innen direkt um die Sachbezugswerte rabattieren. Eine weitere Variante, die von den Betrieben vorfinanziert wird, ist die Ausgabe von Gutscheinen. Diese kann das Personal dann bei Partnerrestaurants oder Supermärkten einlösen.

Die letzte Alternative ist, dass die Arbeitnehmer:innen zunächst in Vorkasse gehen und die Firma den Essenszuschuss im Nachhinein ausbezahlt. Dafür müssen die Essensrechnungen gesammelt und eingereicht werden. Um Papierberge zu vermeiden, gibt es mittlerweile auch viele Apps, die die Rechnungen digitalisieren und direkt bei den zuständigen Stellen einreichen. (Patryk Kubocz)

Nicht nur beim Essen können sich Berufstätige Geld zurückholen: Auch in vielen anderen Lebensbereichen kommen im Jahr 2023 Entlastungen.

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