Gehaltsunterschiede

Das Geld der Banker

  • Nina Luttmer
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Was in der Finanzbranche verdient wird.

Banker stehen im Ruf, sehr gut zu verdienen. Die Millionensummen, die einige Investmentbanker durchaus auch heute noch einheimsen, verbindet die Öffentlichkeit mit der ganzen Branche. Dabei gibt es große Unterschiede, wie eine Analyse von Finanz-szene.de zeigt.

Das Finanznachrichtenportal hat sich die Vergütungsberichte der nach Bilanzsumme größten Geldinstitute in Deutschland sowie einiger ausgewählter Sparkassen und Volksbanken aus dem Jahr 2018 angeschaut. Ergebnis: Die höchste durchschnittliche Vergütung - inklusive möglicher Boni und Zuwendungen zur Altersvorsorge - erhielten die Banker der VW Bank. Sie bekamen durchschnittlich 137.711 Euro, gefolgt von der Berenberg Bank (132.515 Euro) und der Deutschen Pfandbriefbank (130.563 Euro).

Die Banker der Deutschen Bank erhielten 114.021 Euro - wobei dabei auch die Mitarbeiter der Postbank berücksichtigt wurden, die den Schnitt gedrückt haben dürften. Commerzbanker konnten sich über durchschnittlich 75 493 Euro freuen. Einige Institute, die vermutlich sehr gut bezahlen, wie etwa die deutsche Dependance der Investmentbank Goldman Sachs, flossen allerdings nicht in die Betrachtung mit ein, da sie keine vergleichbaren Zahlen vorlegen müssen.

Bekannt ist: Während viele Investmentbanker weiterhin hohe sechs- oder siebenstellige Gehälter kassieren, werden Mitarbeiter im Privatkundengeschäft von den Banken nicht herausragend gut bezahlt. Das zeigt sich auch in der Gehalts-Rangliste von Finanz-szene.de. So finden sich eigentlich sehr erfolgreiche und renditestarke - aber auf das Retailbanking fokussierte - Häuser wie die Santander Consumer Bank (61.638 Euro) oder die ING (61.128 Euro) eher am unteren Ende der Liste wieder. Diese Institute haben allerdings auch eher einfache, stark aufs digitale ausgerichtete Geschäftsmodelle.

Fraspa bezahlt sehr gut

Den verbreiteten Irrglauben, dass Sparkässler und Volksbanker im Branchenvergleich eher Niedrigverdiener sind, widerlegt das Ranking. So bekamen Mitarbeiter der Frankfurter Sparkasse (Fraspa) durchschnittlich 93.137 Euro, die Frankfurter Volksbank zahlte 75 289, die Hamburger Sparkasse 80.568 Euro.

Auch wenn diese Durchschnittsgehälter weit entfernt sind von den Millionengehältern, die viele Menschen Bankern gerne lapidar zuschreiben, darf eines nicht vergessen werden: Das durchschnittliche jährliche Bruttogehalt eines Arbeitnehmers in Deutschland lag 2018 laut Statistischem Bundesamt bei 36.085 Euro.

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