Kommunikation

Geheimnis des Erfolgs

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Wer einen Fehler macht, sollte dazu stehen. Dafür braucht es Mut und die Fähigkeit zur Selbstkritik. Und daran mangelt es in diesen Tagen leider allzu oft.

Ob in der Politik oder in der Wirtschaft, wir erleben in diesen Tagen einen unprofessionellen Umgang miteinander. Worte werden zu Axthieben, Verhalten und Vorgehensweisen führen zu Bloßstellung, Herabsetzung, gar indirekter Erpressung. Ein ungesundes Gebräu, das die Zusammenarbeit vergiftet.

Dabei sind die Ingredienzen für gute Kommunikation kein Staatsgeheimnis: Orientierung an den Fakten, Offenheit und Transparenz, Gelassenheit, Empathie, Authentizität und Glaubwürdigkeit, um die wichtigsten Zutaten zu nennen. Letztere ist das höchste Gut im Miteinander. Und diese Zutat lässt sich nicht einfach aus dem Regal der Beliebigkeit greifen, sondern will verdient werden. Am ehesten lässt sie sich mit Vertrauen verdienen. Das Vertrauen anderer in die eigene Verlässlichkeit, in gute Absichten und vorhandene Ehrlichkeit. Wer hingegen Dinge vertuscht, nur mit der berühmten Salamitaktik jenes einräumt, was bereits unleugbar geworden ist oder offensichtliche Lügen verbreitet, dem fällt seine Kommunikation auf die Füße, denn sie wird zu einem Hindernis in der Zusammenarbeit.

Was unter den Teppich gekehrt wird, wird erfahrungsgemäß immer größer und grässlicher in seiner Wirkung, wenn es wieder ans Tageslicht kommt. Die Glaubwürdigkeit ist für lange Zeit dahin, zusammen mit den Aussichten auf ein gedeihliches Miteinander.

Wer sich nur in Verteidigung und Abwehr übt statt mit ausgestreckter Hand auf andere zuzugehen, manövriert sich in eine Sackgasse. Und das war noch nie ein geeigneter Ort, um voranzukommen. Doch mancher hält das Verharren in der Deckung gerade dann, wenn er Fehler gemacht hat, für eine gute Strategie, um Kritik, hartnäckigen Nachfragen und drohenden Konsequenzen auszuweichen.

Dabei gilt für gute Kommunikation: Wer einen Fehler macht, sollte dazu stehen. Dafür braucht es Mut und die Fähigkeit zur Selbstkritik. Und daran mangelt es in diesen Tagen leider allzu oft. In der Krise zeigt sich der Charakter eines Menschen – und dieser Charakter steuert nicht zuletzt den Ton. Dass der Ton die Musik macht, ist bekanntlich eine Binsenweisheit. Für die Diplomatie ist gute Kommunikation keine Kunst, sondern solides Handwerk. Höchste Zeit, dass wir uns wieder darin üben.

Die Autorin ist Keynote Speaker, Kommunikationsberaterin
und -Coach. Zuletzt erschien von ihr im Goldegg-Verlag:
„Die Kunst des sanften Siegens –
Erfolgreich mit Diplomatie“

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