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Gesundheitswesen

Gegen die Zuckersteuer

  • Jens Holst
    VonJens Holst
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Diese Ministerin gefährdet Ihre Gesundheit!

Eine Zuckersteuer klingt vielleicht gut, ob das aber die Fehl- und Überernährung verhindert, ist zu bezweifeln“ ließ kürzlich Bundesministerin Julia Klöckner verlauten. Die staatliche Cheflobbyistin der renditeorientierten Ernährungsindustrie steigerte sich zu der unwiderlegbaren Aussage, durch eine Strafsteuer würden nicht alle gesund.

Was war geschehen? Großbritannien, das in Europa eine Spitzenposition in Sachen Fettleibigkeit einnimmt, hatte kürzlich die dosisabhängige Besteuerung zuckerhaltiger Getränke eingeführt. Fachleute fordern auch hierzulande wirksame Maßnahmen gegen Übergewicht. Denn alle Untersuchungen zeigen: Fettleibigkeit begünstigt das Entstehen chronischer Krankheiten wie Karies, Diabetes, Hochdruck und Arteriosklerose und führt zu spürbaren Mehrausgaben für die Krankenversorgung.

Allein die Ankündigung der Zuckersteuer bewegte den Branchenprimus Coca Cola in Großbritannien, bei Fanta und Sprite den Zuckergehalt von 6,9 auf 4,6 beziehungsweise von 6,6 auf 3,3 Gramm pro 100 Milliliter zu reduzieren. In Deutschland enthalten beide Getränke jeweils mehr als neun Gramm Zucker. Dazu fällt der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft nichts Besseres ein, als unbegründete Zweifel der Hersteller am Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und chronischen Krankheiten wiederzukäuen und die Verantwortung auf die Bürger abzuwälzen. Dabei zeigt die Public-Health-Forschung, dass bloße Verhaltensänderungen des Einzelnen ohne Änderung der Rahmenbedingungen kaum Erfolg versprechen.

Und die Ministerin tut noch mehr gegen die Gesundheit der Bevölkerung. Sie lehnt ein Verbot krank machender Pestizide wie Glyphosat und jedes Vorgehen gegen die Massentierhaltung und den dabei erforderlichen Antibiotikaeinsatz ab. So unterläuft sie nicht nur den Kampf gegen die großen Volkskrankheiten und die Maßnahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen, sondern auch das vielgelobte globale Gesundheitsengagement der Bundesregierung und ihrer Kanzlerin. Denn globale Gesundheit fängt zu Hause an. Wer etwas gegen die weltweite Übergewichtsseuche, die Vergiftung des Globus oder die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen tun will, muss im eigenen Land beginnen.

Der Autor ist Facharzt für Innere Medizin, Gesundheitswissenschaftler und gesundheitspolitischer Berater; zurzeit hat er eine Vertretungsprofessur an der Hochschule Fulda.

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