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KFW

Gefragt wie nie

  • Nina Luttmer
    vonNina Luttmer
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Die staatliche Förderbank KFW hat ihre Bedeutung in der Corona-Krise erneut bewiesen. Das Fördervolumen stieg 2020 auf Rekordniveau.

Im Infocenter der staatlichen Förderbank KFW war zuletzt die Hölle los: Alle sieben Sekunden habe das Telefon geklingelt, alle 49 Sekunden sei eine E-Mail eingegangen, in Spitzenzeiten habe es 10 000 Anrufe am Tag gegeben, das sei Faktor 15 über Normalbetrieb, sagte KFW-Chef Günther Bräunig am Dienstag bei einer virtuellen Pressekonferenz: „Wir waren sehr gefordert.“

Der Grund der Geschäftigkeit: natürlich die Corona-Krise. Die KFW ist zuständig für diverse Hilfsprogramme des Bundes für Unternehmen. Die müssen die Unterstützung zwar bei ihren Hausbanken beantragen – die wiederum wenden sich dann aber an die Förderbank; der Staat übernimmt je nach Programm bis zu 100 Prozent des Risikos und entlastet damit die Banken.

Das Fördergeschäft der KFW erreichte wegen der Pandemie im vergangenen Jahr mit 135,3 Milliarden Euro einen historischen Höchstwert. Ein Jahr zuvor waren es noch 77,3 Milliarden Euro gewesen. Der Löwenanteil – 106,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 43,4 Milliarden Euro) – entfiel dabei auf die Förderung von Unternehmen, Privatpersonen und Vorhaben im Inland. Und alleine 46 Milliarden Euro zogen die inländischen Corona-Programme auf sich.

Zum Vergleich: Nach der Wiedervereinigung förderte die KFW den Aufbau Ost zwischen 1990 und 2000 mit insgesamt umgerechnet 82,5 Milliarden Euro. Und in der Finanzkrise gab es ebenfalls spezielle Programme, um angeschlagenen Unternehmen zu helfen. Der Umfang zwischen 2009 und 2011 betrug 14 Milliarden Euro. „Das zeigt die Dimension dieser Krise“, so Bräunig.

Rekordhilfen in der Krise

Bislang seien nur 300 geförderte Unternehmen mit einem Kreditvolumen von 185 Millionen Euro zahlungsunfähig geworden. „Die Zahlen sind momentan noch sehr überschaubar. Wir sehen nach wie vor keine massiven Unternehmensinsolvenzen“, so der KFW-Chef.

Die KFW muss aber, auch wenn die Pleitewelle noch kommen sollte, nicht um ihre Stabilität fürchten. Denn die Corona-Hilfsprogramme laufen über eine Art Sondertopf. Die KFW wird die Zahlen dafür zwar ausweisen. Aber da Staatsgarantien hinter den Sonderprogrammen stehen, beeinflussen deren Ergebnisse die Zahlen der Förderbank zunächst nicht. Für 2020 wird die Bank laut Bräunig „definitiv“ einen Gewinn erzielen, der allerdings „substanziell“ unter dem Ergebnis von 2019 liegen wird. Damals hatte die KFW 1,4 Milliarden Euro Gewinn gemacht.

Starke Veränderungen gab es 2020 aber auch in „traditionellen“ Geschäftsfeldern der KFW. „Ohne die Corona-Hilfen haben wir immer noch 84 Milliarden Euro normales Geschäft gemacht – mehr als in den vergangenen Jahren“, betonte Bräunig. So fördert die Bank das energieeffiziente Bauen und Sanieren. Das Zusagevolumen für Wohngebäude lag hier bei 26,7 Milliarden Euro – ein Jahr zuvor waren es 15,4 Milliarden Euro gewesen.

Einen großen Run gab es auch auf die finanzielle Förderung für den Aufbau privater Ladesäulen für E-Autos. Alleine im November habe die KFW dafür 137 000 Anträge erhalten, so Bräunig.

Ebenfalls im Fokus stand 2020 die Unterstützung von Schwellen- und Entwicklungsländern. Getrieben von einem Corona-Sofortprogramm des Bundesentwicklungsministeriums stellte die KFW elf Milliarden Euro für Finanzierungen in diesen Ländern bereit, 2,2 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Rubriklistenbild: © FR

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