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Wer mit dem Handy in der Hand fährt, hat ein zwölfmal höheres Unfallrisiko.
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Wer mit dem Handy in der Hand fährt, hat ein zwölfmal höheres Unfallrisiko.

Studie

So gefährlich sind Smartphones am Steuer

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
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Ablenkung durch Smartphones, Bordcomputer und Navis hat inzwischen den Alkohol als größtes Unfallrisiko verdrängt, zeigt die „Allianz“ in einer aktuellen Studie.

Ablenkung durch Smartphones und andere Kommunikationstechnik hat Alkohol am Steuer als größtes Unfallrisiko verdrängt. Das hat der Münchner Assekuranzriese Allianz nun erstmals in einer Studie nachgewiesen. „Je vielfältiger die Technik im Auto und komplexer ihre Bedienung, desto mehr Unfälle“, bringt Allianz-Vorstand Mathias Scheuber die Erkenntnisse auf einen Nenner. Sie speisen sich aus einer Befragung von 1600 Fahrern und Daten der Allianz-Schadensabteilung.

Demnach gehen bereits elf Prozent aller schweren Verkehrsunfälle hierzulande auf Ablenkung und nur neun Prozent auf Alkohol zurück. Fast jeder zweite Fahrer gestand dem Versicherer anonym illegale Handy-Nutzung. Drei Viertel der Befragten fühlen sich von Bordcomputern und Navigationsgeräten abgelenkt.

Wahrscheinlich seien diese Quoten nur eine Untergrenze, weil nicht jeder ehrlich geantwortet hat, schätzt der Chef des Allianz-Zentrums für Technik, Christoph Lauterwasser. „Männer telefonieren am Steuer mehr als Frauen“, sei eine der überraschendsten Ergebnisse der Studie, erklärte er. „Der junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren ist die gefährdetste Gruppe“, ergänzt Allianz-Unfallforscher Jörg Kubitzki. Sie würden praktisch das gesamte Spektrum des technisch Möglichen illegal nutzen, während sie fahren.

Verbote werden oft ignoriert

Die Gefahren und Verbote kennt zwar so gut wie jeder Fahrer. Sie werden aber oft einfach ignoriert – auch weil das Risiko, ertappt zu werden, klein ist. Die Wahrscheinlichkeit, von der Polizei mit Alkohol am Steuer erwischt zu werden, liege hierzulande bei eins zu 600 beim Telefonieren mit dem Handy bei eins zu 3400, kritisiert Lauterwasser.

Wer mit dem Handy in der Hand fährt, habe aber ein zwölfmal höheres Unfallrisiko, wer sein Navi bedient, ein fünfmal höheres. Es sei nicht das Smartphone allein, das Gefahren heraufbeschwört. Auch festinstallierte Kfz-Kommunikationstechnik überfordere Fahrer zunehmend. Das gelte vor allem für oft kompliziert zu bedienende Bordcomputer. Großes Ablenkungspotenzial und damit hohes Unfallrisiko bergen zudem laut der Studie auch telefonierende Beifahrer.

2010 sei die EU angetreten, die Zahl der Verkehrstoten auf europäischen Straßen von damals 31 000 bis 2020 zu halbieren, erinnert Scheuber. Dieses Rennen drohe, verloren zu gehen. In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl wieder auf rund 26 000 gestiegen. „Der Trend geht in die falsche Richtung“, stellt der Allianz-Vorstand klar.

In Deutschland seien voriges Jahr 256 Menschen wegen Alkohol am Steuer gestorben, aber rund 350 wegen Ablenkung. Es gebe jedoch Stellschrauben, um den Trend wieder umzukehren. Zum einem müssten Neuwagen standardmäßig mit Notbremsassistenten ausgerüstet werden, weil diese Auffahrunfälle um ein Drittel reduzieren, so die Allianz. Navigationssysteme dürften künftig während der Fahrt nicht mehr manuell bedienbar sein. Zum anderen müssten Handydelikte stärker kontrolliert und härter bestraft werden.

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