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Langeweile haben die Händlerinnen und Händler an der Frankfurter Börse momentan sicher nicht.
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Langeweile haben die Händlerinnen und Händler an der Frankfurter Börse momentan sicher nicht.

Börsengänge

Gedränge auf dem Parkett

  • VonRolf Obertreis
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In Deutschland herrscht Hochkonjunktur für Börsengänge. Doch Anlegerinnen und Anleger sollten bei ihren Anlageentscheidungen vorsichtig sein.

Die Händlerinnen und Händler auf dem Frankfurter Börsenparkett kommen kaum noch nach. Fast wöchentlich stürmen derzeit Unternehmen neu an den Aktienmarkt. Ganz offensichtlich lockt das derzeit gute Börsenumfeld mit immer neuen Höchstständen im Deutschen Aktienindex Dax, die Tatsache, dass viel Geld in Umlauf ist, das nach Anlagemöglichkeiten sucht, und die anhaltend niedrigen Zinsen.

Am Mittwoch war es der Online-Modehändler About You, der den Sprung auf das Börsenparkett wagte – mit Erfolg. Für 23 Euro waren die Aktien angeboten worden – bis auf fast 27 Euro kletterte der Kurs am ersten Handelstag. Am Donnerstag dagegen verloren die Papiere wieder und notierten um die Mittagszeit bei 25 Euro.

842 Millionen Euro erlöste das Tochterunternehmen des Hamburger Otto-Konzerns. Damit war es der viertgrößte IPO (Initial Public Offering – Englisch für Börsengang) in Deutschland in diesem Jahr. About you folgen in Kürze der Dresdner Fahr-Versandhändler Bike 24 und der Tastaturanbieter Cherry. Beide haben die Preisspannen für ihre Emissionen bereits festgelegt – 15 bis 19 Euro sind es bei Bike 24, bei 30 bis 38 Euro liegt die Spanne bei Cherry.

Rekord von 2018 könnte gebrochen werden

Bike 24 will brutto rund 100 Millionen Euro einnehmen, Cherry im besten Fall fast eine halbe Milliarde Euro. Beide Unternehmen wollen mit dem Geld ihre Expansion vorantreiben. Kurz danach will der Berliner Optiker Mister Spex dem Beispiel von Bike 24 und Cherry folgen.

Gehen auch diese Börsengänge bis Ende Juni über die Bühne, wäre es hierzulande mit einem Emissionsvolumen von insgesamt rund acht Milliarden Euro ein Rekordhalbjahr. Bisher hatte das erste Halbjahr 2018 mit 7,3 Milliarden Euro das meiste Geld gebracht. Im vergangenen Jahr lag das Volumen insgesamt bei gerade mal 1,1 Milliarden Euro. Nicht umsonst ist an der Börse von „Hochkonjunktur“ für Börsengänge die Rede.

Die höchsten Einnahmen erzielte im ersten Halbjahr der Funkmastenbetreiber Vantage Towers mit rund 2,3 Milliarden Euro. Die Online-Autohandelsfirma Auto1 brachte es auf gut 1,8 Milliarden Euro, der Linux-Software-Anbieter Suse lag mit 1,1 Milliarden Euro ebenfalls über der Milliardenschwelle.

Und die Pipeline ist weiter gut gefüllt: Der Autozulieferer Novem, die Solarfirma Blue Elephant, die Sprach-App Babbel, die Dating-Plattform Parship, die Sicherheitssoftware-Firma Utimaco, Prothesenhersteller Ottobock und die Batteriefirma BMZ werden von Fachleuten als künftige Börsenneulinge genannt.

Mehr Fusionen und Übernahmen

Ein Börsengang ist freilich keine Garantie für steigende Kurse, trotz der guten Lage an der Börse. Die Aktie von Auto1 etwa war zu 38 Euro ausgegeben worden, kletterte zwischenzeitlich auf mehr als 50 Euro, steht aber aktuell unter dem Ausgabepreis. Auch das Papier von Vantage Towers sackte zeitweise unter den Emissionskurs. Expert:innen raten Kleinanlegerinnen und Kleinanlegern deshalb, nicht unbedingt schon bei der Emission zuzugreifen, sondern die Entwicklung abzuwarten.

Stark angezogen hat in diesem Jahr nach Angaben der Expert:innen der Investmentbank Goldman Sachs auch der Markt für Fusionen und Übernahmen. Weltweit habe das Volumen im ersten Quartal mit 1,3 Billionen Dollar einen neuen Höchststand erreicht, doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal waren es bislang weitere 1,1 Billionen. In Europa waren es im ersten Quartal knapp 460 Milliarden und im zweiten Vierteljahr gut 350 Milliarden Dollar.

Goldman Sachs zufolge treiben unter anderem ausländische Großinvestoren auf der Suche nach lukrativer Anlage, das wieder angezogene Wachstum, die großzügige Geldpolitik, die gute Lage an den Finanzmärkten und die niedrigen Zinsen das Fusions- und Übernahmegeschehen.

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