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Die Postbank kooperiert mit dem Dienstleister Cardpoint. 

Geldabheben

Gebührenfalle an Geldautomaten: Teures Geldabheben

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Die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor einer möglichen Gebührenfalle bei Geldautomaten von Cardpoint. Betroffen sind Kunden bekannter Banken.

  • Die Verbraucherzentrale Bremen mahnt zur Vorsicht beim Abheben Geldautomaten von Cardpoint, die auch das Logo der Postbank tragen
  • Die Warnung gilt vor allem für Kunden von drei bekannten Banken
  • Eine Regelung scheint Kunden zu verwirren - und das kann teuer werden

Nicht überall, wo Postbank draufsteht, ist auch Postbank drin. Die Verbraucherzentrale Bremen (VZ-HB) mahnt zur Vorsicht beim Geldabheben an Automaten der Firma Cardpoint, die neben dem eigenen Markenzeichen „cashzone“ auch das Logo der Postbank tragen. Die Warnung richtet sich vor allem an Kunden der Commerzbank, der Deutschen Bank und der Hypovereinsbank.

Diese drei Kreditinstitute gehören nämlich gemeinsam mit der Postbank zum Bankenverband Cash Group. Wer bei einem der Institute ein Girokonto unterhält, kann auch die Geldautomaten der anderen Gruppenmitglieder gebührenfrei nutzen.

Gebührenfalle am Geldautomaten: Kunden beim Geld abheben verwirrt

Als einziges Cash-Group-Mitglied kooperiert die Postbank aber auch mit Cardpoint, dem nach eigenen Angaben größten bankenunabhängigen privaten Anbieter von Geldautomaten-Dienstleistungen in Deutschland. An seinen Automaten dürfen Postbank-Kunden ebenfalls gebührenfrei Geld abheben – zumindest bei derzeit rund 1000 der insgesamt 1300 Geräte in Deutschland.

Zu erkennen sind sie daran, dass sie auch das Postbank-Logo tragen. Das aber scheint manche Kunden der anderen Cash-Group-Banken zu verwirren. Sie denken offenbar, dass auch sie sich hier wie bei reinen Postbank-Automaten gebührenfrei mit Geld versorgen können – nicht zuletzt deshalb, weil der Automat ihnen anzeigt, dass keinerlei Gebühren ihrer eigenen Bank anfallen.

Gebührenfalle am Geldautomaten: „Branchenüblich und angemessen“

Dieser Hinweis ist zwar korrekt. Aber dafür müssen sie, wie alle Nicht-Postbank-Kunden, eine Gebühr an Cardpoint zahlen, laut Stiftung Warentest stolze 5,49 Euro. Der Hinweis auf diese Kosten „taucht erst am Ende auf, wenn man die PIN bereits eingegeben hat“, kritisierte die Stiftung Warentest bereits vor Monaten. Die Bremer Verbraucherzentrale ergänzte jetzt: „Nur wer genau liest, merkt: Die Abhebung kostet Gebühren.“ In der Eile könne dies leicht übersehen werden, etwa bei Geldautomaten an Tankstellen.

Auf Nachfrage der FR weisen Postbank und Cardpoint die Vorwürfe zurück: Nach dem Gebührenhinweis müssten die Kunden die Transaktion extra bestätigen oder abbrechen. Außerdem seien die Cardpoint-Automaten wegen anderer Farbgebung nicht mit reinen Postbank-Automaten zu verwechseln. Ferner fehle das Logo der Cash Group. Nach Ansicht von Cardpoint ist auch die Gebühr „branchenüblich und angemessen“. Denn je nach Standort koste der Betrieb eines Automaten einen fünfstelligen Betrag pro Jahr, einschließlich Standortmiete, Versicherungen und Instandhaltung.

Gebührenfalle am Geldautomaten: „Angemessene Gebühren“

Die Postbank, die zum Deutsche-Bank-Konzern zählt, begründet ihre vor einem Jahr angelaufene Cardpoint-Kooperation damit, dass sich dadurch die Bargeldversorgung ihrer Kunden verbessert habe. Auch Cardpoint, Teil des weltweit tätigen Cardtronics-Konzerns, schreibt der FR: „In einer Zeit, in der die Zahl der Geldautomaten gerade auch im ländlichen Raum stetig abnimmt, stellen wir eine alternative Geldautomaten-Infrastruktur zu angemessenen Gebühren zur Verfügung.“

Zuletzt gab es wiederholt Ärger beim Online-Banking der Postbank. Die Geduld der rund 13 Millionen Postbank-Kunden wurde auf eine harte Probe gestellt.

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