Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Arbeitslosigkeit

Gebremster Jobaufbau

  • Daniel Baumann
    VonDaniel Baumann
    schließen

Die Arbeitsagentur veröffentlicht neue Zahlen: Der Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung scheint an Schwung zu verlieren.

Der oberste Wächter über den Arbeitsmarkt zeigte sich am Dienstag zufrieden. „Der Arbeitsmarkt ist gut in das neue Jahr gestartet“, kommentierte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, den jüngsten Bericht seiner Behörde. Tatsächlich lag die Arbeitslosenquote im Januar bei 6,3 Prozent, im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 6,7 Prozent. Insgesamt wurden rund 2,8 Millionen Menschen als arbeitslos gezählt. Die Erwerbstätigkeit (43,6 Millionen) und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (31,7), für die erst Zahlen für Dezember respektive November vorliegen, bewegt sich deutlich über dem Vorjahresniveau.

So weit, so erfreulich. Allerdings scheint der Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung an Schwung zu verlieren, obwohl die Wirtschaft wächst. Das zeigen Modellrechnungen der BA, mit denen die Monatszahlen um Effekte bereinigt werden, die saisonal auftreten. Demnach kamen seit Juni pro Monat im Durchschnitt nur noch 10 000 sozialversicherungspflichtige Stellen hinzu, während es von Januar bis Mai monatlich 42 000 waren.

Die BA erklärt diese Entwicklung damit, dass der Beschäftigungsaufbau nicht mehr so stark von der konjunkturellen Entwicklung abhänge, sondern von den für die Unternehmen verfügbaren Arbeitskräften. Kurz: Wo die Firmen keine Bewerber finden, die ihren Kriterien entsprechen, stellen sie auch niemanden ein. Im Zweifel lehnen sie lieber Aufträge ab oder stellen Projekte zurück, was das Wirtschaftswachstum beeinträchtigt. Ein Indiz für diese These ist, dass der Arbeitsagentur weiterhin sehr viele offene Stellen gemeldet werden – die Firmen also im Prinzip einstellungswillig sind.

Der Arbeitsmarktexperte Alexander Herzog-Stein vom gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung sieht dahinter einerseits fortgesetzte Rosinenpickerei der Arbeitgeber. Andererseits seien die konjunkturelle Unsicherheit zu groß und der Aufschwung wohl zu schwach, um die Unternehmen zur Einstellung nicht gänzlich „optimaler“ Bewerber zu bewegen. Er fordert deshalb politische Impulse: Die Investitionen, etwa in die Infrastruktur, müssten angekurbelt werden. Gleichzeitig müsse mehr unternommen werden, um die Vermittlung in Arbeit zu unterstützen.

Das Reservoir an Arbeitskräften ist schließlich noch groß. Zählt man zu den 2,8 Millionen arbeitslos gemeldeten Personen diejenigen hinzu, die dem Arbeitsmarkt wegen Krankheit oder Qualifizierungsmaßnahmen gerade nicht zur Verfügung stehen, lag die Unterbeschäftigung im Januar bei 3,7 Millionen.

Dennoch hat der Arbeitsmarkt zuletzt in seiner ganzen Breite an Qualität gewonnen. Das zeigt der Arbeitsmarktindex FRAX, der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Wifor anhand von 18 Indikatoren berechnet wird. Die Qualität der Arbeitsangebote, die Einkommenssituation und die Arbeitsbedingungen haben sich demnach verbessert. Gleichwohl ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare