Bahn

GDL will 4,8 Prozent

Das Schlichtungsverfahren zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Bahn startet.

Mit Forderungen nach 4,8 Prozent mehr Lohn ist die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Donnerstag in die Schlichtung mit der Deutschen Bahn getreten. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Kolleginnen und Kollegen mehr verdient haben als Klatschen von Balkonen und am Ende immer wiederkehrende Märchen vonseiten des Managements, dass alles besser werde“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag in Berlin.

Dort kamen beide Seiten am Vormittag zusammen, um darüber zu verhandeln, wie mit den Einbußen aus der Corona-Krise umgegangen werden soll. Die Bahn will den Anstieg der Personalkosten dämpfen, weil die Einnahmen in den vergangenen Monaten massiv eingebrochen sind.

Weselsky hingegen forderte nun einen speziellen Tarifvertrag für die Folgen der Krise. Darin soll eine Einmalzahlung für die Beschäftigten von 1300 Euro noch in diesem Jahr festgehalten werden, als Anerkennung für deren Leistungen in der Krise. In dem Vertrag solle zudem vereinbart werden, „dass sämtliche Führungskräfte des Konzerns Deutsche Bahn für drei Jahre auf ihre Boni verzichten“, sagte Weselsky. Der Vertrag solle eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.

Der aktuelle Tarifvertrag läuft im Februar aus. Bis dahin gilt die Friedenspflicht – auch im Falle eines Scheiterns des Schichtungsverfahrens. „In den nächsten Wochen erwarten wir konstruktive Verhandlungen, um eine Lösung mit der GDL für einen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Schäden zu vereinbaren“, hatte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler noch am Vorabend mitgeteilt. Beide Seiten hatten sich für die Rolle des Schlichters auf den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD). Für die Dauer der Gespräche wurde Stillschweigen vereinbart. (dpa)

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