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Gasumlage: So viel an Mehrkosten kommt auf Familien, Paare und Singles pro Jahr zu

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Von: Tanja Koch

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Die Preissteigerungen aufgrund der Gasumlage von 2,419 Cent pro Kilowattstunde werden zunächst nicht so teuer wie befürchtet.
Die Preissteigerungen aufgrund der Gasumlage von 2,419 Cent pro Kilowattstunde werden zunächst nicht so teuer wie befürchtet. (Symbolbild) © AndreyPopov/Imago

Die Höhe der staatlichen Gasumlage, die ab Herbst kommt, steht fest. Mit welchen zusätzlichen Ausgaben müssen Singles, Paare und Familien rechnen?

Berlin/Ratingen – Auf Gaskundinnen und -kunden kommen ab Herbst aufgrund einer staatlichen Umlage an Importeure Preissteigerungen zu – und zwar in Höhe von 2,419 Cent pro Kilowattstunde. Das erklärte die Firma Trading Hub Europe, ein Gemeinschaftsunternehmen der Gas-Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland. Mit der Gas-Umlage werden erhöhte Beschaffungskosten von Importeuren an die Kund:innen weitergegeben. Doch was bedeutet das konkret für die Haushalte in Deutschland? Wie viel wird der Gasverbrauch pro Jahr zusätzlich kosten?

Auf einen Familienhaushalt in einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden kommen damit nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 sowie Focus Mehrkosten in Höhe von rund 576 Euro zu. Auch auf Paare und Single-Haushalte kommen deutliche Mehrkosten zu. Eine Übersicht zeigt, wie teuer die Gas-Umlage für Privathaushalte voraussichtlich wird:

Diese Mehrkosten entstehen aufgrund der GasumlageArt des Haushalts und Verbrauch
ca. 144 EuroSingle-Haushalt mit 5.000 Kilowattstunden/Jahr
ca. 345 EuroPaar-Haushalt mit 12.000 Kilowattstunden/Jahr
ca. 576 EuroEinfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden/Jahr

Wird die Mehrwertsteuer auf die Gasumlage erhoben? Das ist derzeit unklar

Ob die Mehrwertsteuer auch fällig ist, die in dieser Berechnung bereits enthalten ist, ist derzeit noch unklar. Die Bundesregierung will dies verhindern. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärte, der Staat solle über die Umlage letztlich keine höheren Mehrwertsteuereinnahmen erzielen. „Wir werden einen Weg finden, um sicherzustellen, dass es da nicht noch zu einer zusätzlichen Belastung kommt.“

Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat bereits auf EU-Ebene um eine Ausnahme gebeten, damit Deutschland auf die geplante staatliche Gasumlage keine Mehrwertsteuer erheben muss. Sollte dies gelingen, so reduzieren sich die Beträge entsprechend. Derzeit beträgt die Mehrwertsteuer auf Gas 19 Prozent, jedoch werden Forderungen laut, ab 2023 den reduzierten Satz von 7 Prozent anzusetzen.

Gas-Umlage kann bei Abschwächung der Energiekrise auf null gesetzt werden

Die Umlage gilt bereits von Oktober an, sie soll aber nicht sofort auf den Rechnungen angesetzt werden, sondern mit etwas Zeitverzug. Es gebe aus Verbraucherschutzgründen Ankündigungsfristen im Energiewirtschaftsgesetz von vier bis sechs Wochen, die eingehalten werden müssten, erklärte das Ministerium. Erstmals müssen Verbraucher:innen deshalb mit der Umlage auf der Rechnung im November oder Dezember rechnen. Die Abrechnung erfolgt laut Ministerium monatlich, sie kann jedoch nur alle drei Monate angepasst werden. Falls Russland die vertraglich zugesicherten Gaslieferungen wieder vollumfänglich erfüllen sollte, werde die Preisanpassung auf null gesetzt.

Habeck erklärte, die Umlage sei „bei weitem kein einfacher Schritt“, allerdings notwendig, um die Wärme- und Energieversorgung in den privaten Haushalten und der Wirtschaft aufrechtzuerhalten. „Sonst wäre die Versorgungssicherheit gefährdet.“ (tk/dpa)

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