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Neue Gasumlage: Habeck rechnet mit „einigen Hundert Euro pro Haushalt“

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Von: Moritz Serif

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Wirtschaftsminister Habeck und Scholz diskutieren - die neue Gasumlage wird teuer für Verbraucher:innen.
Wirtschaftsminister Habeck und Scholz diskutieren - die neue Gasumlage wird teuer für Verbraucher:innen. © Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Versorger sollen über die Gasumlage die stark gestiegenen Einkaufspreise an die Verbraucher weitergeben können. Das könnte sehr teuer werden.

Berlin - Gazprom senkt die Gaslieferungen erneut - dadurch wird der Einkauf des Rohstoffes noch teurer für Versorger. Ab dem 1. Oktober soll daher die Umlage für alle Gaskund:innen gelten. Wie stark der Gaspreis für die Menschen damit zusätzlich steigt, ist noch unklar. Die genaue Höhe solle bis Mitte oder Ende August im Internet veröffentlicht werden. Kanzler Olaf Scholz hatte in der vergangenen Woche eine Erhöhung der Gaspreise um zwei Cent pro Kilowattstunde genannt. Eine vierköpfige Familie müsse mit zusätzlichen Belastungen von 200 oder 300 Euro pro Jahr rechnen.

Das Vergleichsportal Check24 kam bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden und zwei Cent Umlage auf Mehrkosten von 476 Euro. Darin ist die Mehrwertsteuer enthalten. Wirtschaftsminister Robert Habeck, der am Donnerstag (28. Juli) von der „größten Energiekrise“ in Deutschland sprach, rechnet mit einigen Hundert Euro pro Haushalt. Die Höhe der Umlage stehe noch nicht endgültig fest. Zugleich werde es Entlastungen für jene geben, die deswegen an die Armutsgrenze rutschten, betonte Habeck. „Das ist kein guter Schritt, aber ein notwendiger Schritt.“

Gasumlage könnte bis zu 1000 Euro pro Jahr kosten

Demnach würde die Umlage bei einem durchschnittlichen Haushalt mit einem Verbrauch von rund 20.000 kWh knapp 1000 Euro pro Jahr kosten. Die Umlage soll eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024, gelten. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

Versorger:innen sollen über die Umlage die stark gestiegenen Einkaufspreise an alle Gasverbraucher:innen weitergeben können. Die Umlage sei angesichts der angespannten Lage auf dem Gasmarkt notwendig, um die Gasversorgung auch im kommenden Winter aufrechtzuerhalten.

„Gasversorgungsunternehmen wären gefährdet“

„Ohne sie wären Gasversorgungsunternehmen in der gesamten Lieferkette gefährdet“, hieß es aus dem Ministerium. Die Umlage solle für alle Lieferant:innen gleich hoch sein. Damit gebe es eine faire Verteilung der Lasten auf viele Schultern.
Die Einzelheiten sollen in einer Rechtsverordnung auf Grundlage des Energiesicherungsgesetzes geregelt werden. Das Kabinett will die Verordnung in Kürze verabschieden.

Organisiert werden sollen die Erstattungen für die Importeure durch den sogenannten Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe. Das Unternehmen ist für die Organisation des deutschen Gasmarktes zuständig. Die Importeure sind dabei verpflichtet, ihre Mehrkosten genau dazulegen. Die Mehrkosten werden über die Versorger dann auf die Endkunden umgelegt. (mse/dpa)

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