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Der Tischkicker darf in keinem wirklich hippen Laden fehlen.

Digitalisierung

Zurück in die neue Welt

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Wo wir technologisch vorangehen, brauchen wir gleichzeitig einen Schritt zurück. Wir müssen unser Miteinander besprechen. Das sollten wir nicht der Digitalisierung überlassen.

Die Digitalisierung bleibt ein Top-Thema in Unternehmen, auf Kongressen und in Sachbüchern. Dabei dreht sich die Frage meist um den Punkt, wie wir als Nation nicht das Schlusslicht werden im „Elektronisieren“ von Prozessen und Dienstleistungen. Wir brauchen also, so die landläufige Meinung, mehr Tablets in Schulen und mehr künstliche Intelligenz in Organisationsprozessen. Dann wird für uns Menschen alles komfortabler, schneller und schöner.

Gerade in Unternehmen wird der Angst vor Arbeitsplatzverlust mit dem Argument begegnet, dass die Maschinen all die doofen Aufgaben erledigen und wir Menschen dann endlich Zeit für die wichtigen, großen Dinge hätten. Komplexe Probleme lösen oder innovative Ideen generieren beispielsweise. Dumm nur, wenn wir bis dahin ganz verlernt haben, miteinander unsere Arbeit zu organisieren.

Stephanie Borgert ist Managementberaterin.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich erzielen Teams Erfolge, Menschen arbeiten zusammen und es gibt viele erfolgreiche Firmen. Aber in vielen Organisationen haben die Menschen verlernt, über das Wie der Zusammenarbeit zu sprechen und genau das zu verabreden. Über das Was, also welches Produkt, zu welchem Zweck und mit welchem Ziel, wird ausführlichst diskutiert. Die Frage „Wie funktionieren wir als Gruppe?“ aber selten gestellt und darüber zu sprechen fällt den Mitarbeitenden schwer oder ist ihnen sogar unmöglich. Ausnahmen finden sich höchstens in hippen Beratungshäusern oder agilen Think-Tanks mit Kicker-Tisch.

Da, wo wir technologisch vorangehen, brauchen wir gleichzeitig einen Schritt zurück. Denn für eben jene komplexen Herausforderungen, die wir lösen wollen, braucht es Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen und Kompetenzen.

Auch heute werden Teamarbeit und Diversität beschworen, aber wie das für alle gut und zielführend gelingt, ist meistens nicht Thema. Das Übermaß an Prozessen, Verfahrensrichtlinien und Vorgaben hat den Menschen zur Ressource werden lassen und vermeintliche Klarheit über die Arbeitsorganisation hergestellt. Und so sitzen ganz viele Teams in Workshops und sind nicht geübt darin, gemeinsam ihre Art der Zusammenarbeit zu reflektieren. Aber wir brauchen die Fähigkeit unser Miteinander zu besprechen, zu verabreden und den Gegebenheiten anzupassen zurück. Und das sollten wir nicht zu digitalisieren versuchen.

Die Autorin ist Managementberaterin. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Die kranke Organisation“.

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