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Digitalisierung

Zeit für Start-ups

Junge Unternehmen spielen bei Innovation und Fortschritt eine entscheidende Rolle.

Ich traute meinen Augen kaum, als ich auf dem französischen Alpengipfel aufs Handy schaute: 5G! Wie oft sehne ich mich im ICE danach, wenn ich nicht arbeiten kann. Oder wenn ich für mein Hamburger Domizil erfahre, dass Glasfaser eine „Zuzahlungshöhe ab 86 000 Euro“ kosten soll. Wundern tut das nicht: Solange Digitalisierung damit endet, die Gehaltsabrechnung per E-Mail zu schicken, ist der gesellschaftliche Mehrwert der digitalen Segnungen schlicht noch nicht erkannt.

Darunter leiden besonders jene, die nach Neuem streben: Start-ups. Ich höre schon den Aufschrei: Wer braucht denn die? Mindestlohn zahlen, schnelle Kohle machen und Regeln mit Füßen treten! Fakt aber ist: Innovation und Fortschritt liefern nicht die Konzerne, die bei uns politisch hofiert werden.

Ein Beispiel: Die Politik tönt, dass mehr Menschen auf die Schiene sollen. Haben Sie mal versucht, ein internationales Bahnticket zu buchen? Ein Ding der Unmöglichkeit – am Ende nimmt man entnervt den Flieger. Deshalb haben wir mit Trainline damals eine Plattform gebaut, die grenzübergreifend buchen kann, egal von wo in Europa. Hier durften wir nicht mal Werbung machen, weil der Platzhirsch das mit Rückendeckung aus Berlin verhindert hat. Also haben wir das Unternehmen zwischen Paris und London großgemacht und sind dort an die Börse gegangen.

Viele Leute wollen hierzulande zigtausend Arbeitsplätze schaffen, auf eigenes Risiko, wohlgemerkt. Und das trotz der immensen, europaweit zerklüfteten Aktienbesteuerung. Die Bürokratie? Wer mal ohne Gründung einer Gesellschaft EU-Ausländer einstellen wollte, weiß, wovon ich rede. Am allerwichtigsten aber ist das Thema Wertschätzung: Wir müssen uns ja nicht zur Start-up-Nation ausrufen, wie die Franzosen, die ihre Gründer im Élysée-Palast bejubeln. Aber warum akzeptieren wir, dass Berlin und München mehr Start-ups haben als die „Grande Nation“, dass aber die großen Erfolgsstorys dennoch woanders geschrieben werden?

Kreieren wir einen Rahmen, schaffen wir die Grundlagen, und hören wir auf mit dem ewigen „Wir gegen die“. Was zählt, ist der Mehrwert für die Gesellschaft! Wenn wir uns das bewusst machen und gemeinsam in die gleiche Richtung steuern, können Start-ups eine entscheidende Rolle für unsere Zukunft spielen.

Der Autor berät Führungspersonal und Unternehmen. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Exit Ahead“.

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