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Zeit für neue Ziele

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Von: Hilke Brockmann

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„Wegen der Dringlichkeit der Klimakrise werde ich meinen eigenen Lebensstil bei der Ernährung, Kleidung, Mobilität und beim Wohnen konsequenter klimaneutral umstellen.“
„Wegen der Dringlichkeit der Klimakrise werde ich meinen eigenen Lebensstil bei der Ernährung, Kleidung, Mobilität und beim Wohnen konsequenter klimaneutral umstellen.“ © Chai Gengli/dpa

Ein neues Jahr, egal wann es nun in den verschiedenen Weltregionen genau beginnt, ist ein symbolischer Aufbruch für alle: Das Alter sollte dabei keine Rolle spielen.

Neues Jahr – neues Spiel! Natürlich können wir nicht alles abschütteln, was uns belastet. Viele Altlasten aus 2022 nehmen wir mit. Den russischen Angriffskrieg, die Inflation, die Klimakrise, die Ungerechtigkeiten des Systems, von unseren privaten Nöten ganz zu schweigen.

Und doch gibt es einen gemeinsamen Neuanfang. Ein neues Jahr, egal wann es nun in den verschiedenen Weltregionen genau beginnt, ist ein symbolischer Aufbruch für alle: Jung und alt, arm und reich, groß oder klein. Der Planet zieht einen neuen Kreis. Es wird wieder Frühjahr und Sommer werden.

Zeit, um sich ambitionierte Ziele zu setzen, Ängste beiseite zu stoßen und groß zu träumen. Und egal, ob wir all diese Ziele und guten Vorsätze 2023 auch erreichen. Sie sind ein wichtiger Kompass, sie geben dem eigenen Handeln Richtung und Struktur und sie vermitteln Vorfreude, die ja eine der größten Freuden ist.

Deshalb nehme ich mir 2023 einiges vor – und das gerade wegen meines fortgeschrittenen Alters. Offenheit für Neues, Experimentierlust und Wagemut werden den Älteren oft nicht zugeschrieben. Auch Extrovertiertheit und pure Lebensfreude verbinden die meisten wohl eher mit jungen Menschen. Aber das sind dumme und kostspielige Vorurteile.

In Europa, dem alten Kontinent, müssen wir dringend unseren latenten Altersrassismus beiseiteschieben. Besonders in Deutschland wird das Alter wenig geschätzt. Das zeigt sich an rigiden Altersnormen im Arbeitsleben, die Einstellungen und Fortbildungen jenseits der 40 oder 50 als unwirtschaftlich abtun. Und das wird auch an der starren Altersfixierung in anderen Bereichen sichtbar. Kein Zeitungsartikel kommt ohne eine Altersangabe bei Personen aus – Olaf Scholz, 64 Jahre – kein Stolperstein, kein Modelwettbewerb oder Sportereignis verzichtet auf das Geburtsjahr. Dabei ist Altersdiskriminierung gesetzlich verboten! Es wird Zeit, das zeitliche Alter zu ignorieren.

Meine guten Vorsätze sind hochgesteckt. Ich möchte mich beruflich und politisch neu ausprobieren. Wegen der Dringlichkeit der Klimakrise werde ich meinen eigenen Lebensstil bei der Ernährung, Kleidung, Mobilität und beim Wohnen konsequenter klimaneutral umstellen. Und ich nehme mir fest vor, mehr zu tanzen, Musik zu spielen und Lebensfreude zu teilen. Und wie träumen Sie sich 2023 groß?

Die Autorin ist Soziologin. Sie arbeitet an der Jacobs University in Bremen.

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