Sturmtief "Sabine" - Flughafen Stuttgart
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Wie schnell aber so eine geplante Reise vom Winde verweht wird, hat uns Sabine in der letzten Woche gezeigt.

Umweltschutz

Zeit für digitale Meetings

  • vonJürgen Kurz
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Statt auf Geschäftsreisen zu gehen, sollten wir die vorhandenen technischen Lösungen nutzen. Die Gastwirtschaft.

Trotz steigenden Umweltbewusstseins nehmen Geschäftsreisen in Deutschland zu. Wie schnell aber so eine geplante Reise vom Winde verweht wird, hat uns Sabine in der letzten Woche gezeigt. Der Bahn- und Flugverkehr wurde zeitweise eingestellt. Telefon- und Internetverbindungen blieben aber weitestgehend stabil. Warum also reisen wir immer noch so viel, obwohl wir im digitalen Zeitalter das meiste über Telefon oder Internet erledigen könnten? Klar, es gibt zahlreiche Argumente dafür. Schließlich ist es schon gut, wenn wir Kunden und Lieferanten auch einmal persönlich treffen oder an Branchen-Messen teilnehmen. Doch ein Drittel aller Geschäftsreisen unternehmen wir wegen firmeninterner Meetings oder Arbeitsgruppen.

Die technischen Möglichkeiten, diese zu reduzieren, haben wir längst in jedem Unternehmen. Office Programme und passende Cloud Lösungen gibt es bereits. Alles sogar DSGVO-konform. Sie zu nutzen, würde nicht nur Kosten einsparen, sondern auch Reisezeiten und somit zur Effizienz beitragen. Außerdem schont es die Umwelt und macht uns unabhängiger vom Wetter und anderen Einflüssen außerhalb unserer Kontrolle.

Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Jürgen Kurz, Unternehmensberater, der sich mit Prozessoptimierung im Büro beschäftigt.

Einige mögen jetzt befürchten – auch mit Blick auf ihre überfüllten Mailpostfächer –, dass durch die digitale Zusammenarbeit von Teams der Stress größer wird als die Tortur der Reise. Das wage ich zu bezweifeln. Aber tatsächlich braucht es auch für digitale Meetings klare Spielregeln, wenn alles reibungslos klappen soll; gerade in abteilungsübergreifenden Projektteams, bei denen es keine klaren Hierarchien und „klassische“ Aufgabenverteilungen gibt.

Mein Tipp: Binden Sie am besten nicht zu viele Menschen in einem Team zusammen und eine Person nicht in zu viele Teams. Klingt banal, ich weiß. Ist aber essenziell, um den Überblick zu behalten. Schon Schiller wusste: „Einfachheit ist das Resultat der Reife“. Das heißt in diesem Zusammenhang: Nutzen Sie nur die wichtigsten Komponenten eines effizienten Selbst- und Teammanagements. Dazu zählt natürlich eine achtsame Kommunikation über die unterschiedlichen festgelegten Kanäle, ihre eigenen Notizen und solche, die Sie mit dem Team teilen können, eine klar strukturierte Dateiablage und eine einsehbare agile Aufgabenverteilung. Dann klappt effizientes Teamwork immer, auch wenn der nächste Orkan analoge Meetings verhindert.

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