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Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran.
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Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran.

Kommunikationsverhalten

Wir müssen sprechen!

Wollen wir wirklich nur noch über Apps kommunizieren? Fragt unsere Kolumnistin Mona Schnell.

Die sozialen Medien haben unser Kommunikationsverhalten massiv verändert – so weit nichts Neues. Inzwischen müssen wir deswegen aber dabei zusehen, wie eine wichtige Säule der Kommunikation ausstirbt: das Telefonieren. Neulich zwitscherte eine Twitter-Userin, sie hätte jemanden via SMS darüber informiert, dass sie über Signal eine Nachricht geschickt hätte – telefonieren wäre ihr dann doch zu viel gewesen. Bei Whatsapp treffen wir immer wieder auf die Statusmeldung „Keine Anrufe, nur Whatsapp“. Wollen wir wirklich alle nur noch über Apps „zusammenkommen“? Wollen wir wirklich lieber tippen, anstatt zu sprechen?

Studien zeigen, dass vor allem die Jüngeren regelrechte Panik vor dem direkten Gespräch schieben. Sie haben etwa Angst vor peinlicher Stille oder davor, dass sie eine Frage nicht beantworten können. Die persönliche Darbietung über Facebook, Instagram, Tiktok oder auch die Ping-Pong-Kommunikation via Sprachnachrichten scheint jedoch niemand zu fürchten.

Natürlich haben nur die wenigsten Lust, den ganzen Tag am Hörer zu hängen und ok, wer möchte schon in öffentlichen Verkehrsmitteln bei mehr oder minder wichtigen Telefonaten der anderen mithören. Da ist es uns schon lieber, wenn auch Geschäftsleute mit den Fingern auf ihr Smartphone einhämmern oder hinter vorgehaltener Hand Sprachnachrichten verschicken.

Aber Achtung: Selbst ein Hin und Her aus Voice-Messages ist noch lange kein Dialog. Denn Kommunikation braucht Beziehung und Verstehen – ganz ohne Emojis. In einem Telefonat können wir Missverständnisse sofort klären und Nuancen in der Stimme wahrnehmen.

Mal wieder ein Gespräch mit dem Sitznachbarn in der Bahn beginnen oder eine Visitenkarte austauschen, um in Kontakt zu bleiben – wäre das nicht schön? Denn gerade in Zeiten von Spam-Fluten via E-Mail und gefühlten 100 Kanälen, die wir inzwischen auch nach geschäftlichen Nachrichten durchsuchen müssen, schaffen nur echte Gespräche – auch und gerade am Telefon – eine Nähe, die wir so dringend brauchen.

Vielleicht klingelt unser Handy oft im falschen Moment. Aber wenn wir uns nicht in eine sozialphobische Gesellschaft verwandeln wollen, brauchen wir Kontakt. Dann fühlt es sich auch nicht gleich so an, als ob die Welt stillsteht, wenn Facebook, Instagram und Whatsapp mal wieder gleichzeitig lahmgelegt sind.

Mona Schnell schreibt Bücher

und Texte für Expertinnen

und Künstler.

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