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Wenn die Künstliche Intelligenz schreibt

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Von: Jana Assauer

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Das Logo von OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT.
Das Logo von OpenAI, dem Hersteller von ChatGPT. © Richard Drew/dpa

ChatGPT kann zwar effizient und schnell Texte produzieren, Erlebtes kann die Sprach-KI aber nicht ersetzen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Brauchen wir noch Menschen, die Texte schreiben? Diese Frage drängt sich mit dem Hype um ChatGPT auf – vor allem, da Sprach-KIs in Kürze Millionen von Menschen zugänglich sein sollen. Wer selbst im Journalismus oder in der Kommunikationsbranche arbeitet, muss sich diese Frage stellen und befürchten, dass der eigene Beruf bald obsolet ist.

Wer den Bot noch nicht selbst ausprobiert hat: Er beantwortet nicht nur Fragen, sondern nimmt auch Arbeitsaufträge entgegen und spuckt in wenigen Sekunden Texte jeder Art aus: Mailvorlagen, eine Tippsammlung und sogar Gedichte. Die Ergebnisse sind teils erstaunlich. Ich hatte ebenfalls gehofft, ChatGPT könnte mir zumindest eine Erstversion dieser Kolumne verfassen, aber die „Maschine“ hat bereits Starallüren und ist nicht verfügbar, wie so manch menschlicher Schreiber kurz vor der Deadline. Da die KI gerade nur mit Informationen bis 2021 reichen, wäre der Output eh fraglich.

Auch wenn die „Schreibmaschine“ im Moment noch Macken hat, Illusionen sollten wir uns nicht hingeben. Irgendwann, vermutlich bald, werden Schreib-Bots einen großen Teil eher mittelmäßiger Texte verfassen. Der Wert, zumindest für beschreibende Texte, sinkt damit, ihre Produktion wird effizienter. Befinden wir uns an einem Wendepunkt für die Kommunikationsbranche?

Auf jeden Fall erfreut sich die Technologie großer Beliebtheit: Laut einer Umfrage der Vermittlungsplattform Sortlist wollen 43 Prozent der Arbeitgeber und 36 Prozent der Arbeitnehmer, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben, die KI als Copywriter einsetzen für Marketingtexte und Blogartikel. Verständlich, spart das Tool doch eine Menge Zeit und Geld.

Viele Texter klagen schon heute, dass ihre Arbeit nur wenig finanzielle Wertschätzung erfährt. Doch noch können Journalist:innen und Autor:innen mit Kreativität punkten. Auch müssen Menschen die Tonalität der ausgeworfenen Texte prüfen, sowie Fakten, Quellenangaben, Urheberrechte und noch einiges mehr. Aber es sind vor allem Geschichten, die die schreibende Zunft und auch jeden Laien langfristig von der KI unterscheiden. Alles das, was gelebt wird und nicht so einfach recherchiert und gelernt werden kann. Sie sind der wahre Wert guter Texte.

Die Autorin unterstützt mit ihrem Montagshappen-Themendienst Experten, Organisationen und Unternehmen dabei, ihr Wissen der Gesellschaft zu vermitteln.

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