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Die Politik verliert angesichts der Corona-Maßnahmen zunehmend die Überzeugungskraft.
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Die Politik verliert angesichts der Corona-Maßnahmen zunehmend die Überzeugungskraft.

Covid-19-Politik

Weniger Alarmismus!

  • Jens Holst
    vonJens Holst
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Die unerwünschten gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen müssen gegengerechnet werden.

Fast zehn Monate sind seit dem ersten Lockdown vergangen, mit dem die Bundesregierung die Ausbreitung von Covid-19 zu bremsen versuchte. Die überstürzten Maßnahmen erschienen angesichts der schwer einzuschätzenden Gefahr durch das neuartige Coronavirus nachvollziehbar. Mit dem Sommer entspannte sich die Lage, die Infektionszahlen waren faktisch und wegen geringer Testzahlen rückläufig. Doch schon damals warnten viele vor einer zweiten Welle in der kalten Jahreszeit.

Nun ist sie da – und die Politik reagiert unkoordiniert, wenig überzeugend und letztlich stümperhaft, weil sie nicht in der Lage war, die vorübergehende Entspannung der Sommermonate für einen überzeugenden Corona-Fahrplans zu nutzen.

Wieder kommen die Bedenkenträger, die Sorgenvollen und die Angstverbreiter überproportional häufig und ausführlich zu Wort; weniger dramatische oder gar beruhigende Meldungen finden seltener Eingang in die Medien. Neben den allgegenwärtigen Mainstream-Virologen sieht sich die Öffentlichkeit pausenlos dem großen Warner Karl Lauterbach oder dem sich staatstragend gebärdenden Markus Söder ausgesetzt, der die Corona-Krise ausnutzt, um sich als Kanzlerkandidaten aufzudrängen – als hätten die bajuwarischen Gastarbeiter im politischen Berlin nicht schon genug Schaden angerichtet.

Obwohl sie so uneingeschränkt auf Ratschläge aus virologischen und epidemiologischen Elfenbeintürmen setzt, verliert die bundesdeutsche Covid-19-Politik zunehmend an Überzeugungskraft. Das liegt nicht nur an der Kakophonie der Maßnahmen, die nun darin gipfelt, dass vor allem Politiker aus christlichen Parteien an eine Art göttliche Immunität zum Weihnachtsfest zu glauben scheinen.

Völlig unbeachtet bleiben indes die unerwünschten gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen. Das Totalverbot von Freizeitsport schadet dem Gesundheitszustand der Bevölkerung. Die schulischen Einschränkungen verschlechtern die Bildungs- und Einkommenschancen benachteiligter Gruppen weiter. Lockdown-bedingte Pleiten und Arbeitslosigkeit verursachen Armut und damit chronische Krankheiten und vorzeitige Todesfälle. Dass diese Gegenrechnung nicht einmal mitgedacht ist, stimmt mehr als bedenklich.

Der Autor ist Facharzt für Innere Medizin, gesundheitspolitischer Berater und hat eine Professur für Global Health an der Hochschule Fulda.

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