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So klappt es mit der Weiterbildung.
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Weiterbildung: Mit Lesen allein ist es nicht getan. Aber ein erster Schritt ist es.

Arbeit

Weiterbildung auf die Agenda!

  • VonAnja Piel
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Wir brauchen eine Agentur für Weiterbildung. Das ist eine Aufgabe für die nächste Bundesregierung. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Erheblicher Verbesserungsbedarf in allen Bereichen – das attestiert die Industrieländerorganisation OECD der Weiterbildung in Deutschland. 18 Prozent der Arbeitsplätze in der Bundesrepublik werden künftig vom Strukturwandel betroffen sein und viele können wegfallen. Weitere 36 Prozent der Jobs werden sich in den kommenden fünfzehn Jahren stark verändern und von den Beschäftigten neue Fähigkeiten verlangen. Daneben entstehen tausende Jobs mit neuen Anforderungen.

Angesichts dieses Transformationsdrucks, des beschleunigten Strukturwandels, der fortschreitenden Digitalisierung und Millionen Betroffener ist unzweifelhaft klar: Das Thema Weiterbildung gehört auf der Agenda der Koalitionsverhandlungen ganz weit nach oben. Betriebliche Qualifizierung und berufliche Weiterbildung sind zentraler Schlüssel dafür, dass Beschäftigte sich veränderten Arbeitsbedingungen anpassen, neue Fähigkeiten erlernen und sich beruflich weiterentwickeln können.

Weiterbildung entscheidet über das Gelingen der Transformation, wirtschaftlichen Erfolg und den Wohlstand Deutschlands. Deshalb muss die nächste Koalition die Bundesagentur für Arbeit zu einer Weiterbildungsagentur entwickeln. Diese Idee wie Arbeitgeberpräsident Dulger als „Größenwahn“ zu diskreditieren zeugt von mangelnder Einsicht für den Stellenwert des Themas. Damit der Strukturwandel keine Verliererinnen und Verlierer produziert, müssen sich mehr Unternehmen konsequent für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten engagieren.

Chancengerecht, finanziell abgesichert und einfacher zugänglich – das sind Mindestanforderungen an einen verbesserten vierten Bildungssektor. Weiterbildung darf nicht länger Privileg derjenigen sein, die es sich leisten können: Wer sich qualifiziert, dessen Existenz muss in dieser Zeit sicher sein. Wer jahrelang in die Arbeitslosenversicherung einzahlt, muss sich bei notwendiger beruflicher Umorientierung auf die Unterstützung der Arbeitsagenturen verlassen können.

Für Beschäftigte muss es möglich sein, Weiterbildungszeiten bei ihrem Arbeitgeber verbindlich einzufordern. Sie müssen unabhängig vom Engagement ihres Arbeitgebers Qualifikationen erwerben und Abschlüsse nachholen können. Keinesfalls können wir es uns in Zeiten des Fachkräftemangels leisten, auch nur eine Arbeitskraft tatenlos in die Arbeitslosigkeit laufen zu lassen.

Die Autorin ist Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

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