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Eine Händlerin vor ihren Monitoren im Handelssaal der Frankfurter Börse. Der Dax hat am Dienstag ein neues Rekordhoch erreicht.
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Eine Händlerin vor ihren Monitoren im Handelssaal der Frankfurter Börse. Der Dax hat am Dienstag ein neues Rekordhoch erreicht.

Umdenken in der Corona-Krise

Weg von Profitdenken

  • Roland Süß
    VonRoland Süß
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Die großen Konzerne sollten von der Krise nicht profitieren. Momentan tun sie das.

An der Frankfurter Börse ist der Dax am Dienstag auf eine neue Rekordhöhe von über 15 000 Punkten gestiegen. Vor einem Jahr, Ende März 2020, ist der Wert aufgrund der Pandemie auf unter 10 000 Punkte abgerutscht. Seitdem ging der Börsenwert trotz Pandemie stetig nach oben. Doch Börsenwerte sind Wetten auf die Zukunft. Anleger:innen gehen davon aus, dass die Gewinne der Börsenkurse in der Zukunft eingefahren werden können. Aber auf wessen Kosten?

Große börsennotierte Konzerne fahren während der Pandemie Gewinne ein. Dagegen kämpfen viele Kleinunternehmer:innen und Menschen, die keine Absicherung haben in der Pandemie ums wirtschaftliche oder finanzielle Überleben.

Die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hat am 18. März ein Update ihres Trade and Development Report mit dem Titel: „Out of the frying pan ... in to the fire?“ Auf deutsch: „Vom Regen in die Traufe ... ins Feuer?“ veröffentlicht. Sie erwartet zwar in dem Bericht, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 4,7 Prozent wächst. Sie weist aber auch darauf hin, dass der internationale Handel im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent zurückging und die Entwicklungsländer die Hauptlast der wirtschaftlichen Einbußen tragen werden. Die Weltbank schätzt, dass durch die Pandemie eine Viertelmilliarde Menschen mehr in die Armut abrutschen.

Der Bericht kritisiert die geringe Bereitschaft zu multilateraler Zusammenarbeit um der wachsenden Ungleichheit, zunehmenden Schuldenkrisen und der wachsenden Marktmacht von großen Konzernen entgegenzutreten. Auch die Weigerung der Industrieländer, bei der Welthandelsorganisation eine Ausnahmeregelung zu handelsbezogenen Aspekten der Rechte an geistigem Eigentum (TRIPS) zu unterstützen, um die Verfügbarkeit von Impfstoffen zu verbessern, habe gezeigt, dass im Kampf gegen die Pandemie der Profit Vorrang vor den Menschen hat.

Die UNCTAD sieht auch das größte Risiko in einer fehlgeleiteten Rückkehr zu den alten Sparmaßnahmen. Notwendig sei dagegen eine umfassende Neugestaltung der wirtschaftlichen Spielregeln. Hinzuzufügen wäre, solche Spielregeln müssen die Interessen von Mensch und Umwelt in den Vordergrund stellen und nicht die börsennotierten Aktienwerte.

Der Autor ist Handelsexperte des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac.

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