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Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung vorangetrieben.
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Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung vorangetrieben.

Digitalisierung

Was Rechnern und Robotern fehlt

  • Stephanie Borgert
    VonStephanie Borgert
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Sollte die Digitalisierung jetzt gerade tatsächlich einen Vorschub bekommen, dann ist das gleichzeitig ein Startsignal für das Upgrade unserer sozialen Kompetenzen.

Umschwung in den Köpfen“ titelte der Digitalverband Bitkom nach der jüngsten Befragung von 500 Unternehmen zum Thema Digitalisierung. Corona habe es geschafft, dass selbst Skeptiker nun endlich Sinn, Zweck und Nutzen der Digitalisierung erkannt haben.

Mehr Rechnungen in digitalem Format, mehr Homeoffice und der verstärkte Einsatz intelligenter Maschinen in der Produktion: Endlich holt Deutschland doch noch auf, mag man denken. Bald werden wir dann lästige Tätigkeiten nicht mehr selber erledigen. Unliebsames übernimmt Kollege Roboter. Und auch einfache Entscheidungen kann ein Algorithmus treffen, der ist im Zweifel schneller und nicht von Launen oder Tagesform abhängig. Schöne neue Welt!?

Damit flammt die Diskussion über Wegfall von Arbeitsplätzen und Berufen auch gleich wieder auf. Wenn die Maschinen übernehmen, was bleibt dann noch für uns organisch Intelligenten? Diese Frage ist obsolet, denn es ist sehr klar, was Roboter & Co. leisten können und was nicht. Einfache und komplizierte Aufgaben können wir Menschen an sie abgeben. Übrig bleiben Koordination, Kommunikation und komplexe Problemlösung.

Das klingt nicht nach einem Beruf, richtig? Genau, es sind Aufgaben, bei denen es vor allem eines braucht: soziale Kompetenz. Die Fähigkeit, in Gruppen zu entscheiden, kreative Ideen mit Hilfe der Schwarmintelligenz zu generieren, ohne in die Falle des Gruppendenkens zu tappen, gut zu kommunizieren sowie Wechselwirkungen und Zusammenhänge zu begreifen.

All das kann kein Rechner oder Roboter leisten. Viele Teams und Abteilungen in unseren Firmen tun sich damit aber auch schwer. Soziale Kompetenz wird zwar allerorten gefordert, aber selten trainiert. Wir setzen bis heute eher auf Expertentum und Fachwissen als auf Koordination und Generalistentum. Bürokratie, Vorgaben und Prozessgehorsam haben uns angewöhnt, möglichst wenig in den direkten Diskurs zu gehen, und die stete Effizienzforderung sorgt immer wieder für vorschnelle, oberflächliche Lösungen. Sollte die Digitalisierung jetzt gerade tatsächlich einen Vorschub bekommen, dann ist das gleichzeitig ein Startsignal für das Upgrade unserer sozialen Kompetenzen. Dabei hilft uns die Digitalisierung nicht, das werden wir selber tun müssen.

Die Autorin ist Managementberaterin. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Erfolg ist ein Mannschaftssport“.

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