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Letzte Woche fand in Glasgow die Klimakonferenz statt.
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Letzte Woche fand in Glasgow die Klimakonferenz statt.

Ökonomie

Was ist modern?

Konzepte aus dem letzten Jahrhundert lösen keine Krise. Die Kolumne „Gastwirtschaft“ von Marius Ewert.

Letzte Woche fand in Glasgow der UN-Klimagipfel statt. In einem sind alle Beteiligten sich einig: Für die Abwendung der Klimakatastrophe bräuchte es wirklich moderne wirtschaftspolitische Konzepte. Doch was verbirgt sich hinter diesem Schlagwort?

Der Duden definiert „modern“ einerseits als „der herrschenden Mode entsprechend“. Dies erklärt vielleicht, weshalb der Begriff unter wirtschaftsliberalen Kräften inflationär verwendet wird, wie im Slogan der FDP: „Nie war Modernisierung dringlicher – modernisieren wir endlich unser Land.“

Nachgehakt, was diesen „modernen“ Ideen zugrunde liegt, zeigt sich schnell: Im Kern enthalten diese immer noch populäre Konzepte aus dem letzten Jahrhundert. Steuern senken, Beschränkungen für Unternehmen abbauen und dadurch das Allheilmittel Wachstum stimulieren. Die FDP bedient sich an Modellen, die unter Vertreterinnen und Vertreter der dominanten ökonomischen Schule der Neoklassik immer noch en vogue sind. Allerdings werden diese von vielen Seiten als einseitig und vor allem veraltet kritisiert.

„Modern“ heißt dem Duden zufolge aber auch: Orientierung „an der Gegenwart, ihren Problemen und Auffassungen“. Tatsächlich gibt es Ansätze aus dem Spektrum der pluralen Ökonomik, welche an aktuellen Herausforderungen ansetzen. Zum Beispiel der Neo-Marxismus, der sich mit globaler Ungleichheit und der Klimakrise beschäftigt. Unter dem Begriff „Neosozialismus“ macht der Soziologe Klaus Dörre konkrete Vorschläge dafür, wie die Vergesellschaftung von klimaschädlichen Unternehmen wie der Lufthansa durch den Sozialisierungsparagraphen des Grundgesetzes möglich wäre.

Der Neo-Marxismus ist eine vieler ökonomischer Denkschulen, welche die gegenwärtige Wirtschaftspolitik wirklich auf einen neuen Stand bringen könnten, da er die aktuellen Herausforderungen ernst nimmt, anstatt sich immer wieder alter und nicht funktionierender Konzepte zu bedienen. Solange jedoch mit dem Buzzword „modern“ das unkreative Festhalten an den ökonomischen Betrachtungsweisen eines vergangenen Jahrhunderts kaschiert wird, bleibt fraglich, ob von „wirtschaftsorientierten“ Kräften wie der FDP wirklich Lösungen für die Probleme des 21. Jahrhunderts zu erwarten sind.

Der Autor ist Mitglied der Plurale Ökonomik Gruppe Wien und hat an der Universität Siegen den Master Plurale Ökonomik studiert.

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