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„Mehr Zeit und weniger Stress für alle“:  Einzig die Linke setzt nicht auf Wachstum.
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„Mehr Zeit und weniger Stress für alle“: Einzig die Linke setzt nicht auf Wachstum.

Politik

Wachstum: Lebensstil ändern!

  • Beate Bockting
    VonBeate Bockting
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Vor der Bundestagswahl setzten fast alle Parteien auf Wachstum. Das ist ein Fehler. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Wir glauben, dass Deutschland jetzt einen Neustart braucht. Stabilität und Erneuerung. Respekt vor deiner Zukunft. Zeit zu handeln! Nie gab es mehr zu tun – Slogans der Bundestagswahlprogramme… Alles ist drin! Wirklich?

Bis auf die AfD („Deutschland. Aber normal.“) betonen die Parteien ihren Willen zur Neugestaltung. Doch wie? Die einen wollen wachsen, die anderen wollen die planetaren Grenzen zum Leitprinzip erheben, zumindest auf dem Papier. Eine Untersuchung der Häufigkeit des Wortes „Wachstum“ in den Wahlprogrammen ergibt: CDU / CSU (24) und FDP (22) wollen auf Wachstumskurs bleiben. Die FDP plant eine „Agenda für mehr Wachstum: entlasten, entfesseln, investieren“. Und: „Nun müssen wir trotz Krise schnell wieder auf Wachstumskurs kommen.“ Auch die Union setzt auf Wachstum, träumt aber davon, „den wirtschaftlichen Fortschritt vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln“.

Eine absolute, globale und ausreichend schnelle Entkopplung der Umweltbelastungen vom Wirtschaftswachstum ist jedoch unrealistisch. Der weltweite Primärmaterialeinsatz hat sich von 1980 bis 2011 verdoppelt. Bis 2050 wird eine weitere Verdoppelung erwartet, wenn wir die heutigen Konsummuster beibehalten.

Die SPD erwähnt in ihrem „Zukunftsprogramm“ zwar nur viermal das W-Wort, glaubt aber auch an „klimaneutrales Wachstum“. Auch bei den Grünen (6) stirbt die Hoffnung zuletzt: „Wenn wir es jetzt aber klug anstellen, können wir unser Wirtschafts- und Finanzsystem neu eichen. Dann können wir dafür sorgen, dass Wachstum nur im Einklang mit den planetaren Grenzen stattfindet, statt unsere natürlichen Ressourcen zu übernutzen.“ Einzig bei der Linken (4) heißt es: „Statt blinden Wachstums der Profite wollen wir mehr Zeit und weniger Stress für alle durch kürzere Arbeitszeiten mit Lohn- und Personalausgleich.“

Hält die Politik weiter stur am Wirtschaftswachstum fest? Oder nimmt sie Warnsignale ernst und ermöglicht gesellschaftlichen Wandel, rechtlich und finanziell? Es geht nicht allein um neue Investitionen in Technologien, sondern vor allem um Lebensstiländerungen. Statt Nettoinvestitionen müssen Ersatz- und Verbesserungsinvestitionen in den Fokus der Wirtschafts- und Finanzpolitik rücken, begleitet von weiteren Zinssenkungen.

Die Autorin ist stellvertretende Vorsitzende der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung (INWO).

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