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Wachstum der Produktion funktioniert nur, wenn das Geld immer mehr von Maschinen, Robotern und Computern verdient wird. 
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Wachstum der Produktion funktioniert nur, wenn das Geld immer mehr von Maschinen, Robotern und Computern verdient wird. 

Gastwirtschaft

Wachstum der Wirtschaft in Deutschland: Eine verheerende Logik

  • Günther Moewes
    VonGünther Moewes
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Dass die Wirtschaft in Deutschland stetig wachsen muss, wird selten hinterfragt. Die Folgen könnten jedoch verheerend sein.

Frankfurt – Wachstum ist der jährliche Zuwachs des Sozialprodukts. Das hört sich harmlos nach Bestandswachstum an. Tatsächlich wächst in den privaten Normalhaushalten der Wohlstand vor allem durch Sparen, durch sogenannte Akkumulation. Beim Wirtschaftswachstum fährt die Definition dann aber fort: „Für das Wachstum des Sozialprodukts gibt es zwei Wege: 1. Bessere Auslastung der Kapazitäten. 2. Ausweitung der Produktion.“

Da sich aber nur sehr wenige Unternehmen absichtsvoll nicht ausgelastete Kapazitäten leisten können, bedeutet Wachstum in der Realität: nicht bloß Bestandswachstum bei gleichbleibender Produktion, sondern jährliches Produktionswachstum. Zu Deutsch: Wirklicher Wohlstand kann nur entstehen, wenn wir jedes Jahr mehr produzieren als im Vorjahr.

Warum ewiges Wirtschaftswachstum in Deutschland verheerend wäre

Diese Definition wirkt sich verheerend auf Natur, Landschaft, Klima und Globus aus. Die Logik der Ökonomen fährt dann aber noch verheerender fort: Wachstum der Produktion funktioniert nur, wenn das Geld immer mehr von Maschinen, Robotern und Computern verdient wird. Das zwingt uns, die von Maschinen und Computern übernommene Arbeit ständig durch neu erfundene Beschäftigung zu ersetzen, auch wenn diese vermeidbar oder gar schädlich ist. Das schafft eine völlig neue Wirtschaftsdynamik: Ohne „Arbeitsbeschaffung“ hätten ja nur noch die Maschinen ein Einkommen, und die Menschen würden zum Sozialfall.

Das alles wiederum funktioniert nur, wenn wir die „unsichtbare Hand des Marktes“ frei gewähren lassen und der Staat nicht eingreift, wie zum Beispiel in Afrika oder beim Drogenhandel. Dennoch werden wir Ökonomen nicht entbehrlich und müssen ständig Negativentwicklungen korrigieren.

Wachstum der Wirtschaft in Deutschland: Reicheninteresse und Zeitgeist

Etwa beim Rentenproblem: Das entsteht durch die „Überalterung“, weil immer mehr Maschinen den Menschen die Arbeit abnehmen. Denn die Maschinen verdienen ja nur Geld, zahlen aber nichts in die Rentenkassen ein. Dann müssen wir Ökonomen das Rentenalter an die Überalterung anpassen. Sonst würden ja nur noch die Maschinen für die immer mehr Alten arbeiten und nicht die immer weniger Jungen.

Vieles an dieser Ökonomie entspringt wohl Reicheninteresse und Zeitgeist. Einiges hat sie auch mit früheren Religionen gemeinsam: Sie baut die höchsten Gebäude in die Mitte der Städte und verlangt den Kotau der Politik.

Günther Moewes ist emeritierter Professor für Industrialisierung und Verteilungs- und Wachstumskritiker.

Eine neue Studie zeigt, inwiefern der Kampf gegen den Klimawandel Deutschland ökonomische Vorteile bietet.

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