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Was verändert sich durch die Online-Zusammenarbeit für das Team?
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Was verändert sich durch die Online-Zusammenarbeit für das Team?

Führungskraft

Von Tools und Whiteboards

  • Stephanie Borgert
    vonStephanie Borgert
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Von digitaler Führung ist im Lockdown die Rede. Neue Tools werden angepriesen. Dahinter steckt noch immer ein Denkfehler. Denn Führung findet zwischen Menschen statt.

Seit der Begriff Lockdown ein Teil unseres aktiven Wortschatzes ist, wird noch eine weitere Sau durchs Dorf getrieben: die digitale Führung. Dabei waren die bald wöchentlich neu ausgerufenen Führungsstile schon kaum zu ertragen. Von empathisch über mitarbeiterzentriert bis agil werden immer weitere Kompetenzen von den Führenden verlangt. Ein entsprechender Fünf-Punkte-Plan für das Erlernen der ach so wichtigen Fähigkeiten wird vom jeweiligen Beratungshaus auch gleich mitgeliefert.

Digitale Führung ist aber ganz klar der Sieger, wenn man nach Trivialität bepreist. Da werden die Verwendung von Projektmanagement-Tools und der Einsatz von Whiteboards im Online-Meeting allen Ernstes zur Führungskompetenz erhoben. Ganze Beraterkohorten springen auf diesen Zug, vermutlich ohne sich jemals die Frage gestellt zu haben, was eine Plattform mit Führung zu tun hat.

Zudem ein Denkfehler in der ewigen Debatte um die richtige Art zu führen seit Jahr und Tag mitgeschleppt wird: Führung sei etwas, das formal benannte Führungskräfte tun. In all dem steckt immer noch die Idee von „einer führt, die anderen folgen“. Und dieser Eine beziehungsweise diese Eine hat ganz besondere Fähigkeiten oder Kenntnisse und kann deshalb den Anderen erklären, wie sie ihren Job zu machen haben.

„Nein, so ist das nicht mehr“, rufen dann schnell die Anhänger des agilen Arbeitens, bei denen die partizipative Führung gerade hoch im Kurs steht. Der Denkfehler aber bleibt. Es hilft wenig, wenn das Augenmerk auf Training und Konditionierung der benannten Bosse fokussiert, denn Führung findet zwischen Menschen statt. Sie ist nicht an einen einzelnen gebunden, was sich in jedem beliebigen Team beobachten lässt. Führung wechselt situationsabhängig. Mal führt der mit einer guten Idee, mal die mit den richtigen Kontakten, mal ein wieder anderer.

Das hat sich auch mit vermehrtem Home-Office und den vielen virtuellen Meetings nicht geändert. Die passende Frage also lautet: Was verändert sich durch die Online-Zusammenarbeit für das Team? Die Antwort darauf kennt das Team. Der Zugriff auf dieses Wissen erfolgt am besten mit einer altmodischen, analogen Methode: dem Miteinandersprechen.

Die Autorin ist Managementberaterin. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Die kranke Organisation“.

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