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Gesundheitswesen

Vernetzt und digital

  • Franz Knieps
    VonFranz Knieps
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Die digitale Welt scheint nahezu unendliche Möglichkeiten zu bieten- auch im Gesundheitssektor.

In der guten alten Zeit war das Gesundheitswesen vergleichsweise leicht zu verstehen. Jeder hatte einen Hausarzt oder eine Hausärztin. Wenn der oder die andere mit dem Latein am Ende war, ging es auf Überweisung zu einem der wenigen Spezialisten oder aber direkt ins Krankenhaus. Und für die kleinen Wehwehchen war – insbesondere auf dem Land – die Gemeindeschwester da. Letztere ist heute verschwunden; Hausärzte gibt es zu wenig; der Rest ist unübersichtlich und oft auch schwer zugänglich.

Auswege aus dem Dilemma sind angekündigt: Die Versorger, gleich ob ambulant oder stationär, wollen in Netzwerken zusammenarbeiten. So sollen die Versicherten stets an der richtigen Stelle behandelt werden. Und wo die Vernetzung an räumliche oder institutionelle Grenzen stößt, da sollen digitale Verbindungen oder Apps die Versorgung übernehmen oder zumindest unterstützen. So weit, so gut. Oder vielleicht doch eher nicht?

Die digitale Welt scheint nahezu unendliche Möglichkeiten zu bieten. So steht es zumindest auf dem Papier oder auf den Webseiten. Aber wer entscheidet, welche Möglichkeiten aus dem Solidartopf finanziert werden und nach welchen Maßstäben? Und wer trägt dafür Sorge, dass Ärzte und andere Gesundheitsberufe, vor allem aber Versicherte und Patientinnen mit den digitalen Techniken und Produkten umgehen können.

Jens Spahn hat mit einigen Gesetzen hier Lösungen geschaffen, doch ihre Umsetzung ist nicht von einem auf den anderen Tag zu schaffen. Beste Beispiele sind die elektronische Gesundheitskarte und das elektronische Rezept. Zwar ist beides in Rohfassungen vorhanden, doch von einem flächendeckenden Einsatz weit entfernt. Und längst nicht alle Ärzte oder Apotheker wollen überhaupt dabei sein.

Wenig überzeugend sind die bisherigen Ansätze zur Entwicklung einer digitalen Gesundheitskompetenz bei den Nutzerinnen und Nutzern. Zwar hat der Gesetzgeber speziell für die Krankenkassen die Möglichkeit geschaffen, ihren Mitgliedern neue Angebote zu machen. Doch läuft die Umsetzung nur schleppend an. Dabei könnten durch zielgenaue Ansprache und lebenslagenbezogenes Design spürbare Akzente im Kassenwettbewerb gesetzt werden. Das wäre sinnvoller als die unproduktive Konkurrenz um Zusatzbeitragssätze.

Der Autor ist Jurist und

Vorstand des BKK-Dachverbands.

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