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In Deutschland sind zehn Prozent privat versichert, 90 Prozent in der GKV, die nach dem Solidarprinzip funktioniert. Die GKV garantiert, dass all ihre Mitglieder Leistungen erhalten.
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In Deutschland sind 90 Prozent in der GKV, die nach dem Solidarprinzip funktioniert. Die GKV garantiert, dass all ihre Mitglieder Leistungen erhalten.

Krankenkassen

Verena Bentele: Solidarisch versichert

  • Verena Bentele
    vonVerena Bentele
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Privatversicherte sollten sich nicht länger entziehen dürfen. Auch aus eigenem Interesse.

Es gibt in Europa kein Land, das ein so streng in eine private und eine gesetzliche Krankenversicherung unterteiltes System hat wie Deutschland. Mir berichtete jüngst ein 59-jähriges VdK-Mitglied, dass ihm nach 30 Jahren die private Krankenversicherung fristlos gekündigt wurde. Die Frau ist chronisch krank und seit einem Unfall auf einen Rollstuhl angewiesen. Eine zur Wiedererlangung der Mobilität notwendige Behandlung wurde kurz vor der Kündigung abgelehnt. Eine bereits vereinbarte OP musste sie absagen, die langjährige Schmerzbehandlung wurde eingestellt.

Der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) war ihr versperrt. Erst nach vier Monaten Suche fand die Frau dann eine private Krankenversicherung (PKV), die sie zum Basistarif aufnahm. Ihr Gesundheitszustand hatte sich in der Zwischenzeit rapide verschlechtert. Nun zahlt sie monatlich knapp 800 Euro und stellt fest, dass sie zu vielen Leistungen und Hilfsmitteln, die sie benötigt, erheblich dazuzahlen muss.

In Deutschland sind zehn Prozent privat versichert, 90 Prozent in der GKV, die nach dem Solidarprinzip funktioniert. Die GKV garantiert, dass all ihre Mitglieder Leistungen erhalten. Nicht nur die Normal- oder Geringverdiener, die einzahlen, sondern auch deren Familienmitglieder. Dabei richten sich die Beiträge nach den Möglichkeiten, nicht nach Alter oder Behinderung. Und genau diese Solidarität ist gut so.

Aber das System muss erweitert werden. Privatversicherte sollten sich nicht länger entziehen dürfen. Auch aus eigenem Interesse. Sie könnten in einer gesundheitlichen Notlage auf Leistungen angewiesen sein, die sie von ihrer PKV nicht oder nur mit hoher Zuzahlung erhalten. Ein Systemwechsel ist dann aber nicht mehr möglich.

Berechnungen zufolge könnte ein Zusammenlegen von PKV und GKV sogar ein Plus von rund zehn Milliarden Euro für die gemeinsame Kasse bedeuten. Jeder und jede würde dann nach seinen Möglichkeiten einzahlen und nach seinen Bedürfnissen Leistungen der GKV erhalten. Und das finanzielle Fundament dieses Solidarsystems stünde damit fester denn je.

Das wäre ein erster Schritt in eine gute Richtung, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft in schwierigen Zeiten nachhaltig zu stärken.

Die Autorin ist Präsidentin des Sozialverbands VDK Deutschland.

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