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Es gibt viele Gründe, nicht bei Amazon zu kaufen: Greenpeace protestierte bei dieser Aktion gegen die Vernichtung zurückgesendeter neuer Waren.
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Es gibt viele Gründe, nicht bei Amazon zu kaufen: Greenpeace protestierte bei dieser Aktion gegen die Vernichtung zurückgesendeter neuer Waren.

Gastwirtschaft

Umgraben statt düngen

  • vonLisa Reichmann
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Kaufen wir besser vor Ort als bei Amazon – denn Jeff Bezos ist der Erhalt regionaler Lebensqualität und lokaler Infrastruktur herzlich egal, solange er seinem Konzern nicht nützt.

Für Amazon.com ist Corona wie Dünger“, so kommentierte Heise Online jüngst die Meldung, dass der Konzern seine Gewinne im dritten Quartal des vergangenen Jahres verdreifacht hat. Gleichzeitig ist einmal mehr der Versuch gescheitert, Amazon, Facebook, Apple und Co. in der EU angemessener zu besteuern.

Konzerne sollten ihre Steuern in den Ländern zahlen, in denen sie ihre Gewinne tatsächlich erwirtschaften. Ein Schritt dahin wäre das sogenannte Public-Country-by-Country-Reporting (pCbCR) – eine öffentliche länderbezogene Berichterstattung der Unternehmen.

Die Vorlage der EU-Kommission dazu stammt bereits aus dem Jahr 2016. Christine Lambrecht, Bundesjustizministerin (SPD), hätte 2020 gern die letzten Sitzungen der EU unter deutscher Ratspräsidentschaft für das Thema genutzt. Hätte. Denn die CDU blockierte, und es änderte sich nichts.

Die Digital-Konzerne profitieren weiter. Jedes Jahr entgehen EU-Staaten durch legale Tricks bis zu 70 Milliarden Euro Steuereinnahmen. Deutschland allein verliert bis zu 30 Milliarden Euro. Jedes kleine, jetzt im Lockdown geschlossene, Ladengeschäft muss sich grundsätzlich per Steuer an der öffentlichen Infrastruktur beteiligen, Konkurrenten wie Amazon (nicht geschlossen) tun das nicht. Da lohnt sich Widerstand von unten, solange von oben nichts kommt!

Ja, es ist deutlich mehr Aufwand, Bücher beim örtlichen Buchhandel zu bestellen. Die Online-Shops sind oft unübersichtlich und meist muss man das Bestellte noch selbst abholen. Aber so besteht die Chance, dass es den lokalen Buchladen noch gibt, wenn diese Pandemie irgendwann normales Leben wieder zulässt.

Das Gleiche gilt für Spielzeug oder Technik. Ja, es ist umständlich die Web-Cam für das Home-Office beim örtlichen Elektrohandel zu ordern (Händler: „Ich mache sowas ja auch zum ersten Mal“!) oder im letzten verbliebenen Spielzeugladen der Stadt anzurufen und dann das kleine Feuerwehr-Auto an der Hintertür abzuholen.

Aber ganz ehrlich, Jeff Bezos, Chef von Amazon, ist der Erhalt regionaler Lebensqualität und lokaler Infrastruktur herzlich egal, solange er seinem Konzern nicht nützt. Also sollten wir Verbraucher:innen lieber umgraben, statt Corona als Dünger für die falschen zu nutzen.

Die Autorin ist Teamleiterin bei der Nichtregierungsorganisation Campact.

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