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Technologie: Gut oder schlecht für die Zukunft unserer Demokratie?
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Technologie: Gut oder schlecht für die Zukunft unserer Demokratie?

Digitalisierung

Gegen die digitale Kluft

Das Potenzial, Menschen mit digitalen Mitteln wirklich zu helfen, wird größer, wenn wir die Anwendungen für und mit Bürger:innen entwickeln. Von Katharina Beitz.

Wie sehen Sie das: Ist Technologie gut oder schlecht für die Zukunft unserer Demokratie? Können wir die Schere zwischen Arm und Reich mithilfe von Algorithmen, Software und Coding lösen? Haben wir durch Daten die Chance, vorurteilsfreier und offener auf die Welt zu schauen? Oder wird durch all den Fortschritt vieles nur schlimmer?

In Expertenrunden und auf Konferenzen spricht man hauptsächlich über Sensoren, effizientes Wifi und eine vernetzte Wirtschaft – meist auch über die Zukunft von Kultur, Kreativität, Diversität, Arbeit und natürlich darüber, wie Technologien sie verändern. Bei einer Sache sind sich die Experten meistens einig: Wir verdanken unseren heutigen „Erfolg“ Technologien und Wissen mehr als je zuvor. Über Tausende Meilen hinweg brüten wir gemeinsam über Visionen, ohne uns auch nur einmal zu sehen und wir können Petitionen online teilen und uns so politisch mit nur wenigen Klicks engagieren.

Das klingt zu fantastisch, oder? Sofort fallen uns Gegenbeispiele ein. Algorithmen festigen Vorurteile, anstatt sie zu bekämpfen, auf Social Media besteht unsere Privatsphäre nur scheinbar, und zahlreiche Produkte werden für die Mehrheit und die Leistungsfähigsten der Gesellschaft entwickelt. Wer durch diese Raster fällt, hat eben Pech gehabt.

Doch trotzdem bin und bleibe ich eine große Verfechterin einer Gerechtigkeit, die vor allem digital umgesetzt wird. Denn in Debatten fehlt häufig ein Detail: Vorurteile von Algorithmen lassen sich oft schneller beheben als die von Menschen, die sie implementieren. Technologien sind von Menschen entwickelte Werkzeuge. Und die lassen sich von allen bedienen und neu erschaffen, wenn wir ihnen nur die Möglichkeit dazu geben.

Seit einigen Jahren existieren große Bewegungen, die unter den Begriffen „Citizen Tech“ oder „Civic Technology“ Anwendungen für und mit Bürger:innen entwickeln. Anstelle also den Menschen als reinen Datensatz für das neueste Produkt privatwirtschaftlicher Interessen zu sehen, wächst eine neue große Chance heran. Das Potenzial, Menschen mit digitalen Mitteln wirklich zu helfen, wird größer, wenn wir diejenigen mit all den Werkzeugen ausstatten, die Scheren und Raster kennen und eben durch diese gefallen sind. Sie bringen die Veränderung, die die Zukunft der Demokratie bestimmen wird.

Katharina Beitz: Die Autorin ist studierte Philosophin, Tech-Founder (Resilient Resident) und Gründerin der „Initiative Digitale Gerechtigkeit“.

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