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Start-ups: Ohne Exit kein Erfolg

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Von: Daniel Beutler

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Wieso Start-ups auf eigenen Beinen stehen sollten. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Es mag provokant klingen, aber aus meiner Sicht ist ein Start-up erst dann erfolgreich, wenn es einen guten Exit schafft. Sinn eines Unternehmens kann es nicht sein, lange Zeit von Investorengeldern abhängig zu sein, die auf einem fiktiven Preis basieren. Das allein ist noch kein Erfolg – so verständlich es ist, dass Unternehmer an ihrer Marke hängen, nach all der Zeit und Mühe, die sie darauf verwendet haben.

Beim Exit geht es nicht nur um Geld. Was Entscheider motiviert, sind weitaus vielschichtigere Gründe – und ein Unternehmer tut gut daran, sich zu fragen, was ihn persönlich antreibt: Warum soll an diesem Punkt ein Exit erfolgen – und welchen Gewinn bringt dieser für Gesellschaft und Volkswirtschaft? Nur wenn Unternehmer die Antwort kennen, können sie ihr Ziel verfolgen.

Ich unterscheide zwischen vier möglichen Gründen. Reich zu werden, ist sicherlich ein starkes Motiv. Dabei sollten sich die Entscheider nicht nur fragen, welchen Verkaufspreis sie selbst für angemessen halten, sondern auch, wie sie ihren engsten Mitstreitern gerecht werden können, um ihnen einen bestmöglichen Neustart zu ermöglichen.

Ein fürstlicher Geldsegen ermöglicht es den Unternehmern, in Zukunft nur noch das zu tun, was sie wirklich lieben. Das ist eine ungeheure Freiheit und Unabhängigkeit – und damit ein sehr erstrebenswertes Motiv.

Der Exit kann ebenso tiefe Zufriedenheit und Erfüllung vermitteln – vergleichbar mit einem selbstgebauten Haus, dem nur noch das Dach fehlt, um es komplett zu machen. Der gesellschaftliche Nutzen, den das Unternehmen stiftet, indem wir den Mitarbeitern und Kunden etwas Gutes getan haben, wirkt lange nach.

Nicht zuletzt ist es wichtig, das liebevoll aufgebaute Unternehmen in gute Hände zu geben. Entrepreneure, die alles von sich in das Projekt gegeben und mit vielen engagierten Talenten gearbeitet haben, möchten auch, dass ihr Schiff einen dauerhaften und sicheren Hafen anläuft.

Keine Frage: So ein Exit ist ein wilder Ritt. Der Druck, der Schlafmangel, die Sorge, dass sich womöglich noch alles zerschlägt, und der Frust, wenn genau das eintritt, sind nicht zu unterschätzen. Umso größer ist das Glücksgefühl, wenn es gelingt, das Unternehmen gut zu platzieren, auf eigene Füße zu stellen und die Arbeitsplätze zu erhalten. So wird der Exit für alle zum Gewinn.

Der Autor war Topmanager und berät heute Start-ups. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Exit Ahead“.

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