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Viele ältere Menschen sind heute gesundheitsbewusst, ernähren sich gut und treiben Sport.

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Megatrend Silver Society: Die Senioren im Blick

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Viele Start-ups spezialisieren sich auf ältere Menschen. Wer als Altunternehmer schlau ist, investiert in diese Szene, anstatt sie zu belächeln. Die Wirtschaftskolumne.

Der Megatrend Silver Society gewinnt weltweit an Bedeutung – die Bevölkerung wird älter und die Zahl der Älteren immer größer. Innerhalb der Gesellschaft entsteht ein neues Mindset: Alt heißt nicht mehr unbeweglich, krank und abhängig, sondern freiheitsliebend, selbstbewusst und vital. Der Rentner von heute und morgen startet aktiv, entspannt und lebensfroh in die 3. Lebensphase, die mitunter 20 bis 30 Jahre dauern darf.

Starke 96 Prozent der Senioren leben sogar noch in den eigenen vier Wänden und, glaubt man Umfragen, wünschen sich die meisten, dass das so bleibt. Teure, oft als unwürdig empfundene, Pflegeheime sind keine willkommene Option. Senioren sind heute gesundheitsbewusst, ernähren sich gut und treiben bis ins hohe Alter Sport. Sie sind in sozialen Medien präsent, nutzen Smartphones und Tablets und bereisen die Welt. Sie möchten nicht zur Belastung werden, sondern einen Mehrwert einbringen.

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Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Marina Zubrod, Beraterin für Fintech-Unternehmen und Gründerin.

Auch die Konsumausgaben der Generation Silver Ager steigen rasant an – zwischen 1993 und 2013 haben sie sich in Deutschland von 192,2 auf 375,3 Milliarden Euro fast verdoppelt, fand das Max-Planck-Institut für demografische Forschung 2017 heraus. Da ist es kein Wunder, dass der Silver Ager gern gesehener Kunde ist, auf den Marktteilnehmer ihre Produkte ausrichten möchten oder für den man sogar Innovationen hervorbringt.

Dass das Marketingmodell 14 bis 49 Jahre ausgedient hat, haben ausgerechnet die „Jungen“ längst verstanden. Start-ups bieten zum Beispiel bereits professionell betreute Fitnessangebote, Technologien, die das Senioren-Leben Zuhause erleichtern, oder speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtete Tablets an. Ein Haken: Der Finanzierungswille von Kreditinstituten und die Experimentierfreudigkeit von Konzernen lässt zu wünschen übrig.

Marina Zubrod

Hier hilft die Vernetzung mit Start-ups von deren Elan, Umsetzungsgeschwindigkeit und Innovationsgeist die traditionellen Marktteilnehmer profitieren können, ohne gleich die eigene Unternehmensstruktur und -kultur völlig umzukrempeln. Wer als Altunternehmer schlau ist, investiert in die Start-up-Szene, anstatt sie zu belächeln. Sonst sind Konzerne bald die „Rentner“ der Wirtschaft und verpassen den wichtigen Schritt in den Wachstumsmarkt Silver Ager.

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