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Digitale Konferenzräume

Ringlicht statt Perlenkette

  • Claudia Cornelsen
    vonClaudia Cornelsen
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Wie wir in Online-Meetings etwas hermachen und ein präsentables Ergebnis erzielen können.

Ach, wie war es doch früher leicht, „was herzumachen“! Damals, als wir noch in analogen Konferenzräumen zusammenkamen und schon der Keks-Teller auf dem Tisch den Klassen-Unterschied zwischen Wirtschaftskanzlei und Behörde anzeigte.

Weiße Blusen, Kragen und Krawatten, die elegante Kette, die teure Uhr – und schon war klar, ob man Chefin war oder Kollege. Sicher, die Liste prestigeträchtiger Accessoires war je nach Situation und natürlich je nach Status länger als bis zum Mond aneinandergereihte Fußballfelder. Doch immerhin gab es kulturell halbwegs klare Vereinbarungen darüber, mit welchen Zeichen und Symbolen wir uns hierarchisch angemessen sortieren konnten. Und heute?

Heute sitzen wir in Konferenzen, die „Zoom“ „Webex“, „Teams“ oder einfach „Hangouts“ heißen, und schauen auf ein Mosaik diverser Porträt-Miniaturen, die uns die denkbar schlechtesten Seiten unserer Gesprächspartner präsentieren: Herr P. erscheint unvorteilhaft verzerrt; statt überlegener Kompetenz entdecken wir bloß überdimensionale schwarze (Nasen-)Löcher, die ausgerechnet sein Superhirn im Dunkeln lassen. Von Frau D. sehen wir dagegen nur die Stirn plus leicht ergrautem Haaransatz. Dafür erlaubt der Rest des Bildes ahnungsvolle Einblicke in ihr leider etwas zu grell ausgeleuchtetes Privatleben. Kollege M. sitzt präsidial vorm Weißen Haus, allerdings ohne Greenscreen, weswegen sein linkes Ohr wechselweise mit Kuppel oder Säule verschmilzt. Und die Vorgesetzte K. hat, als sie den Bildschirm für ihre Präsentation freischaltet, versehentlich noch die Shopping-Webseite geöffnet: Aha, Paprikachips und Ayurveda-Tee also.

Corona macht alle gleich? Das gilt bekanntlich nicht beim Krankheitsverlauf. Und es gilt auch nicht für den Lauf der Homeoffice-Karriere: Nur Beschäftigte, die sich gut ins Licht, respektive Bild und Ton setzen, und womöglich auch noch souverän mit Onlinetools wie Mural, Miro oder Deon arbeiten, Breakout Sessions nicht mit „Bio-Pausen“ verwechseln und aus einem einstündigen Online-Meeting auch noch ein präsentables Ergebnis ziehen, signalisieren echte C-Level-Digital-Kompetenz.

Also: Ringlicht statt Perlenkette, USB-Mikro statt Krawatte, souverän genutzte Apps statt schräg geparktem SUV – und fertig ist Germany’s Next Top-Manager/in!

Die Autorin ist Kommunikationsberaterin.

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