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Wer im Alter ausreichend abgesichert sein will, muss auch privat vorsorgen.

Ruhestand

Rente: Wie man im Alter mehr bekommt

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Reicht die Rente? Viele sind da unsicher. Private Vorsorge muss sich lohnen - Dorothea Mohn von der Verbraucherzentrale hätte eine Idee, wie sich das umsetzen ließen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Reicht meine Rente für ein gutes Leben im Alter? Ist mein Riester-Vertrag gut oder zahle ich unnötige Gebühren? Bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist die Unsicherheit rund um das Thema Rente groß. Die gesetzliche Rente ist die wichtigste Säule der Altersvorsorge. Doch wer im Alter ausreichend abgesichert sein will, muss ergänzend privat vorsorgen.

Aktien als höhere Rendite

Die bestehenden Produkte am Markt, wie beispielsweise die Riester-Rente, sind jedoch meist teuer, unrentabel und unflexibel. Davon profitiert vor allem die Versicherungswirtschaft und deren Vertrieb. Das muss sich ändern. Laut einer Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) finden 78 Prozent, dass es Angebote zur privaten Altersvorsorge geben sollte, für die man keine Abschlussprovision zahlen muss. Die Menschen müssen ihren Lebensstandard auch nach Eintritt des Rentenalters halten können.

Gastwirtschaft

Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV).

Die Lösung könnte ein öffentlich-rechtlich organisiertes Standardprodukt für die private Altersvorsorge sein. Der VZBV schlägt ein solches Modell mit dem Namen Extrarente vor. Damit die heute Berufstätigen später genug Geld haben, ist eine kostengünstige und gewinnbringende Anlage entscheidend. Die Extrarente gewährleistet dies.

Verbraucher sollen über ihren Arbeitgeber automatisch in die Extrarente einbezogen werden und könnten dann ab dem Renteneintritt frei über ihr Geld verfügen. Auch Selbstständige sollen in die Extrarente proaktiv einzahlen können.

Ein entscheidender Vorteil ist die Kosteneffizienz des Modells: Die Extrarente legt vor allem in Aktien an und erzielt damit langfristig eine höhere Rendite als viele private Vorsorgeverträge. Ein öffentlicher Träger organisiert die Kapitalanlage durch Ausschreibungen. Dieser verfolgt dabei keine eigenen Gewinninteressen. Stattdessen ermittelt und beauftragt er die besten und günstigsten Kapitalverwalter, um das Geld für Verbraucher gewinnbringend anzulegen. So sinken die Kosten für die Verwaltung massiv, Kosten für den Vertrieb entfallen ganz. Allein dadurch fällt die spätere Rente deutlich höher aus, als bei heute üblichen Angeboten.

Jetzt ist die Bundesregierung gefragt: Kommt ein Gesetzentwurf zur Reform der privaten Altersvorsorge noch in diesem Jahr, könnten Verbraucher bereits ab dem Jahr 2022 mit der Extrarente vorsorgen.

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