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Lebenslanges Lernen.

Gastwirtschaft

Praktikum beim Start-up

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Manager etablierter Firmen sollten mal bei jungen Unternehmen reinschnuppern.

Das Konzept „lebenslanges Lernen“ ist längst in unseren Chefetagen angekommen. Das ist gut so, denn vor allem Führungskräfte müssen am Puls der Zeit bleiben, den Markt und die Zielgruppe aus dem Effeff kennen und mit Innovationen und neuen Methoden Schritt halten. Im Alltagsgeschäft bleiben neue Ideen, innovative Ansätze und die persönliche Weiterbildung jedoch oft auf der Strecke oder gelten gar als lästiges Übel. Die Folge: Silodenken, Betriebsblindheit und wenig Entwicklung.

Das kann sich heute aber kaum ein Unternehmen leisten. Also geben Konzerne tausende Euros aus, um ihre Fach- und Führungskräfte für den digitalen Wandel fit zu machen. Agile Coachings, Weiterbildung zum Scrum Master, digitales Projektmanagement – unzählige Anbieter überschwemmen den Markt und versprechen für viel Geld Zukunftsfähigkeit und moderne Leadership Skills.

Start-ups haben hier einen klaren Wettbewerbsvorteil: Sie erfüllen diese Voraussetzungen oft, weil sie eine Marktlücke entdeckt haben, die es in der Zukunft zu füllen gilt. Dazu kommen der Ehrgeiz und die Notwendigkeit der Mitarbeiter, sich, das Produkt und das Unternehmen ständig weiterzuentwickeln. Wer schon einmal an einem Konzernschreibtisch inmitten von Anonymität und langen Freigabeprozessen gesessen hat, wünscht sich diese Aufbruchsstimmung oft (zurück).

Wie wäre es also, wenn zur Abwechslung mal die „Alten Hasen“ ein Praktikum bei einem Start-up machen? Wenn die Erfahrung dahin geht, wo die Innovation zuhause ist? Ein paar Wochen Praktikum helfen der Führungskraft – aber auch den Anfängern. Der Konzernmitarbeiter übt sich in einem modernen Umfeld darin, agiler zu arbeiten und zu denken. Der Start-upper lernt unter anderem sein Unternehmen stringenter zu organisieren und Prozesse zu etablieren, wo welche notwendig sind: eine kostengünstige Win-win-Situation und ein Dialog auf Augenhöhe zwischen ungleichen Managern.

Aber auf den (un)passenden Partner kommt es. Manchmal ist es besser, auch in branchenfremden Teichen zu fischen. Ein Berater in der FinTech Branche kann durchaus von den Social-Media-Strategien eines Naturkosmetik-Startups profitieren. Und ein kleines Beauty-Label wird für die Hilfe beim Thema Geld generieren oder bei der Budgetplanung sicher dankbar sein.

Die Autorin Marina Zubrod ist Beraterin für Fintech-Unternehmen und Gründerin.

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