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Positiv in die Zukunft

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Von: Matthias Kolbusa

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Das Glas ist halbleer. Googelt man die Begriffe „Deutsche & Pessimismus“ finden sich Beispiele zuhauf.
Das Glas ist halbleer. Googelt man die Begriffe „Deutsche & Pessimismus“ finden sich Beispiele zuhauf. © Imago

Wir müssen Realismus und Optimismus vereinen. Die Kolumne Gastwirtschaft.

Im Trend, an der Zukunft der deutschen Wirtschaft zu zweifeln, dürfen wir nicht vergessen, wie leistungsfähig sie ist. Trumpf und Zeiss sind zwei Beispiele dafür, wie deutsche Unternehmen mit Forschergeist, Energie und Mut Großartiges schaffen. Wie sie das machen? Die großen Chiphersteller kennen viele. Kaum bekannt ist das niederländische Unternehmen ASML, das die Maschinen für die Chips baut. Und noch weniger bekannt ist, dass es ohne die beiden deutschen Unternehmen diese Maschinen nicht gäbe. Trumpf liefert die komplizierte Lasertechnik der Maschine und Zeiss die unglaublich präzisen Spiegel, ohne die sie ebenso nicht laufen würde. Gäbe es beides nicht, wäre die heutige Computertechnik unmöglich.

Dieses Beispiel steht in Gegensatz zur Negativstimmung, die in der Öffentlichkeit zu unserer Wirtschaft verbreitet wird. Dass die deutschen Medien zu den pessimistischsten der Welt gehören, wurde bereits einmal untersucht. Googelt man die Begriffe „Deutsche & Pessimismus“ finden sich Beispiele zuhauf, die von überbesorgten Bürgern, Unternehmen, Politikern und anderen Protagonisten berichten. Ohnehin neigen wir dazu, die Lage weit schlechter einzuschätzen, als sie real ist.

Am Ende wird eine selbsterfüllende Prophezeiung daraus und das auch deshalb, weil sich Pessimismus gut an pessimistische Menschen verkaufen lässt. Das Miesepetrige wird zum Geschäftsmodell, stimuliert den Zukunftszweifel immer weiter und dreht die Spirale des eingebildeten Niedergangs so lange, bis aus Sorge Verzweiflung und aus Verzweiflung Resignation wird.

Fatal ist aber, dass wir statt der berühmten „German Angst“ genau das Gegenteil brauchen, um für das Heute und Morgen gewappnet zu sein. In einem Land, in dem Trumpf und Zeiss erfolgreich sind, sollten wir Realismus, Umsichtigkeit und Optimismus so in Einklang bringen können, dass wir vor dem Kommenden nicht zittern müssen.

Zum Glück begegnen mir viele Manager, die weit positiver ticken als die medial dominierenden Orakel. Jetzt fehlt nur noch die Politik, die noch mehr dafür tun muss, damit unsere Unternehmen die besten Chancen haben und für ihren Einsatz auch belohnt werden. Wenn das passiert, kann die Zukunft gerne kommen.

Der Autor ist Unternehmer sowie Veränderungsexperte. Zuletzt erschien von ihm „Management Beyond Ego. Teams in der neuen Arbeitswelt zu außergewöhnlichen Erfolgen führen“ (Ariston-Verlag).
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