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Open-Source-Modelle entsprechen dem Zeitgeist.
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Die Digitalisierung schreitet voran. Foto: Peter Jülich

Starke Community

Open Source für alle?

Produktentwicklungen sind aufwendig – und dann stellt man Pläne und Anleitungen einfach gratis ins Netz? Warum Open-Source-Modelle dem Zeitgeist entsprechen und wie sich damit Geld verdienen lässt.

Wir sollten gleich zu Anfang mit einem Mythos aufräumen: Open Source heißt nicht, keine Gewinne erwirtschaften zu wollen. Im Gegenteil. Obwohl Bauanleitungen, Programmiercodes und ähnliches öffentlich zugänglich sind, kann sich nicht jede und jeder mal eben so ein eigenes Modell bauen oder die eigene Website selbst programmieren. Aber es heißt, dass viel Arbeit in Vision, Idee und Entwicklung steckt, die nicht sofort entlohnt wird.

Trotzdem erlebe ich in meiner Praxis als Produktstrategin, dass Unternehmer:innen diesen Schritt gehen. Gerade dann, wenn zum Beispiel der Bau von Prototypen nur über ein Geschäftsmodell finanzierbar wäre, dass so gar nicht der Philosophie der Entwickler:innen entspricht, stellt sich die Frage nach Alternativen. Geld verdienen sie dann über bezahlte Beratungs- und Supportdienstleistungen oder Wartungsservices. Die Kund:innen sparen die Anschaffungskosten, bleiben aber langfristig Service-Kund:innen. Andere Firmen bieten Toolkits für den Do-it-yourself-Bau an. Mit den Modulen von Wikihouse etwa lässt sich leicht und schnell das eigene Haus zusammensetzen. Die Pläne für den Bau der Module stehen im Netz zum Download bereit und mithilfe der Software SketchUp oder AutoCAD lässt sich das Eigenheim schnell und einfach kreieren. Ein anderes Konzept ist die Anleitung über einen Workshop, um mithilfe des Profis zum Beispiel ein Lastenfahrrad, wie XYZ-Cargo, selbst zu bauen. Hilfe zur Selbsthilfe eben.

Open Source heißt also keinesfalls, alles kostenlos herauszugeben. Es ermöglicht aber Ingenieur:innen, Gründerteams und Start-ups ganz anders an Produkte heranzugehen. Open Source hat die Kraft, eine starke Community zu schaffen, die nicht nur für Reichweite und Aufmerksamkeit sorgen kann, sondern auch für Schwarmwissen und Finanzierungsmöglichkeiten, vor denen konventionelle Venture Capital Funds oft zurückschrecken. Auch bei unserem Projekt Resilient Resident haben wir uns zu diesem Schritt entschieden: Nach neun Monaten Förderphase durch die EU und den Berliner Senat, Gesprächen mit Immobilieninvestoren und einer aufwendigen Produktentwicklungsphase, geben wir unser Wissen frei zum Download heraus. Die gerechte und smarte Stadtentwicklung für alle ist nur so für uns umsetzbar und mit Geld nicht zu bezahlen.

Katharina Beitz ist Philosophin, Tech-Founder (Resilient Resident) und Gründerin der „Initiative Digitale Gerechtigkeit“.

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